Die beste Reisezeit für Paris – Wann sollte man eigentlich in die Stadt der Liebe fahren?

by Feli
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Paris ist immer eine Reise wert, möchte man meinen. Jede Jahreszeit hat ihren Reiz. Aber wann ist eigentlich die beste Reisezeit für Paris?

Laut diverser Reiseführer und Internetseiten sind die Sommermonate die beste Reisezeit für Paris, wohingegen das restliche Jahr, insbesondere der Winter, kalt und verregnet ist. Viele Reiseführer halten den Mai und Juni, sowie den September und Oktober für die besten Monate für eine Reise nach Paris.

Der Pariser Sommer

Ich würde von einer Parisreise im Hochsommer, auch schon im Juni, abraten. Denn in den Sommermonaten zwischen Juni und August kann es in Paris unerträglich heiß werden. In den letzten vier Jahren stieg das Thermometer im Juni drei Mal fast bis an die vierzig Grad Marke. Wen das nicht abschreckt, sollte überlegen, sich ein Hotel außerhalb von Paris in den Vorstädten nahe einer Metrostation zu suchen. Hier schläft es sich auf jeden Fall besser. Denn aufgrund seiner dichten Bebauung ist es in Paris noch einmal mehrere Grad wärmer als in den Vorstädten. Auch in den Nächten gibt es kaum Abkühlung. Wir hatten schon 30 Grad Celsius um Mitternacht!

Paris bei Sonnenschein

Im Juli und August sind die Pariser selbst im Urlaub. Viele Firmen, Restaurants und Geschäfte sind geschlossen und ganze Straßenzüge sind verwaist. Zu dieser Zeit gehört die Stadt den Touristen. Als Reisezeit für Paris haben diese Monate sicherlich auch Vorteile: Die Stadt, ihre Straßen und Museen sind grundsätzlich leerer, entspannter und ruhiger. Man findet endlich mal einen Parkplatz und steht nicht stundenlang im Stau. Aber wer Paris nicht nur besuchen möchte, um eine Liste von Sehenswürdigkeiten abzuklappern, sondern auch die Atmosphäre der Stadt spüren möchte, wird eher enttäuscht. Jenem sei eine andere Reisezeit empfohlen.

Herbst und Winter in Paris

Natürlich ist es im Herbst und Winter kälter als im Sommer. Aber auch die Winter sind in Paris relativ mild. Selten sinkt die Temperatur unter den Gefrierpunkt. Über das Jahr verteilt hat Paris monatlich zwischen sieben und elf Regentage. Die Sommermonate unterscheiden sich also hinsichtlich des Niederschlags gar nicht so stark vom Winter. In den kälteren Jahreszeiten regnet es zwar häufiger als im Sommer. Allerdings regnet es nur sehr selten mehrere Stunden am Stück. Schnee gibt es in Paris fast nie. Und wenn es doch mal schneit, steht das öffentliche Leben einschließlich vieler Verkehrsmittel, Kindertagesstädten und Firmen völlig still. Man wartet bis der Spuk vorbei ist.

Hochwasser in Paris

Im Winter führt die Seine oft Hochwasser, wie hier im Februar 2018. Wie man sieht, tut dies der Romantik keinen Abbruch.

Die Sonne zeigt sich zwar in Winter seltener als im Sommer, verschwindet aber fast nie mehrere Tagen ganz. Deshalb sind auch die Herbst- und Wintermonate als Reisezeit für Paris nicht ungeeignet. Die Zeit während eines Regenschauers lässt sich gut für einen Museumsbesuch nutzen.

Die beste Reisezeit für Paris

Richtet man sich nur nach dem Klima, sind die Monate Mai, September und Oktober sicher die beste Reisezeit für Paris. Aber auch die Frühlingsmonate haben ihren Reiz. Im April und Oktober steig das Thermometer noch regelmäßig über 15 Grad Celsius, im Mai und September überschreitet es oft die 20 Grad Marke. Wie bereits erwähnt, würde ich von einer Parisreise im Hochsommer absehen. Fahrt da lieber ans Meer.

Grundsätzlich sollte man die Reiseplanung nicht nur vom Klima abhängig machen, sondern auch vom Budget. Zwischen Mai und September ist touristische Hochsaison, die Hotelpreise also entsprechend hoch. Verschiedene übers Jahr verteilte Großereignisse wie die Fashion Week treiben die Hotelpreise ebenfalls in die Höhe. In jedem Fall sollte man früh buchen.

Die beste Zeit für deine Reise

Ich würde dir raten, die Reiseplanung nicht nur vom Klima und deinem persönlichen Terminkalender abhängig zu machen, sondern auch den Pariser Kalender zu berücksichtigen. Denn wie in jeder Metropole finden in Paris über das Jahr verteilt verschiedene Großereignisse statt, die eine Parisreise zu einem ganz besonderen Erlebnis machen. Viele davon sind öffentlich zugänglich. Wie wäre es, einen dieser Events zum Höhepunkt deiner Parisreise zu machen?

Das sind meine persönlichen Highlights des Pariser Festkalenders:

Der französische Nationalfeiertag am 14. Juli

Einen ganz besonderen Platz innerhalb des französischen Festkalenders hat der französische Nationalfeiertag am 14. Juli. Alle Franzosen haben an diesem Tag frei. Höhepunkte der Pariser Feierlichkeiten sind eine Militärparade auf den Champs-Élysées in Beisein des Staatspräsidenten am Morgen und das spektakuläre Feuerwerk am Eiffelturm am Abend, das musikalisch durch das französische Nationalorchester begleitet wird. In den Pariser Vorstädten finden die Festlichkeiten oft schon am Abend des 13. Juli statt. Üblich sind Straßenfeste und Feuerwerke. Ein Parisbesuch während des Nationalfeiertages ist ein unvergessliches Erlebnis und der (für mich einzige!) Grund, Paris im Hochsommer zu besuchen.

Militärparade zum französischen Nationalfeiertag in Paris

Militärparade zum französischen Nationalfeiertag in Paris

 

Die Journées du Patrimoine

Die sogenannten europäischen Tage des Kulturerbes finden seit 1984 jedes Jahr am dritten Septemberwochenende in Frankreich statt und sind ein absolutes Muss für jeden Kulturfreak. Denn an jenen Tagen ist der Eintritt in sämtlichen staatlichen Museen umsonst. Außerdem kann man verschiedenste staatliche Einrichtungen besuchen, deren Türen normalerweise für Besucher verschlossen bleiben. Dank der Journées du Patrimoine war ich selbst schon in den wichtigsten Regierunginstitutionen Frankreichs, nämlich in verschiedenen Ministerien, dem Senat (Palais du Luxembourg), der Nationalversammlung (Palais Bourbon) sowie dem Élysée-Palast (dem Amtssitz des französischen Staatspräsidenten), deren aller Inneneinrichtung eher an Renaissanceschlösser als an politische Institutionen erinnern. Um den Élysée-Palast von innen zu sehen, stand ich sechs Stunden in einer Schlange. Auch andere Kultur- und Baudenkmäler, wie der Sitz der Ehrenlegion, Banken, Theater und Gerichte, kann man an jenem Tag besuchen. Dies gilt übrigens nicht nur für Paris, sondern für ganz Frankreich. Zukünftig sollen die Journées du Patrimoine auf den Freitag ausgedehnt werden. 2019 finden sie voraussichtlich vom 20.-22. September statt.

Der französische Senat

Der französische Senat

Wer am dritten Septemberwochenende keine Zeit für einen Parisbesuch hat, kann seine Parisreise auch so legen, dass sie auf den ersten Sonntag eines Monats fällt. Dann kann man nämlich viele staatliche Museen, kulturelle Einrichtungen und Baudenkmäler kostenlos besuchen. Dies gilt insbesondere für die Wintermonate und richtet sich nach der Popularität der Einrichtung. Während das Centre Pompidou grundsätzlich jeden ersten Sonntag im Monat umsonst Eintritt gewährt, ist das Schloss Versailles nur an den ersten Sonntagen von November bis März frei zugänglich. Der Louvre öffnet seine Pforten jeden ersten Sonntag der Monate Oktober bis März und während des 14. Juli kostenlos. Den Besuch des Eiffelturms gibt es nie umsonst!

Das Weinerntefest von Montmartre

Weinerntefest in Montmartre

Weinerntefest in Montmartre

Besonders lohnenswert ist der Parisbesuch auch im Oktober. Denn in diesem Monat finden landesweit die Weinerntefeste statt. Unter den Pariser Vorstädten trägt Bagneux ein Weinfest aus. Besonders empfehlenswert in Paris und ein Besuchermagnet ist das Weinerntefest von Montmartre. Bis zu einer halben Millionen Besucher zählt es jedes Jahr. Im Gegensatz zu anderen Weinerntefesten, bei denen der Ursprung der Tradition nicht mehr nachvollziehbar ist, finden sich in Montmartre tatsächlich noch Weinreben. Inmitten der Pariser Innenstadt.

Die Weinreben von Montmartre

Die Weinreben von Montmartre

Das Weinerntefest von Montmartre wird seit 1934 an fünf Tagen im Oktober gefeiert. In den Straßen um die Kirche Sacré-Coeur kann man traditionell allerlei Köstlichkeiten erwerben und natürlich den Wein der Saison testen. Höhepunkt des Festes sind die Ausrufung der Weinernte durch den Präsidenten der Republik Montmartre im Herzen der Weinreben, der große Festzug, das republikanische Festmahl und der anschließende Ball.

Paris in der Vorweihnachtszeit

Auch die Vorweihnachtszeit ist als Reisezeit für Paris besonders geeignet. Denn die ganze Stadt ist weihnachtlich geschmückt. Besonders sehenswert sind die ab Mitte November üppig dekorierte Prachtstraße Champs-Elysées, die festlich dekorierte Avenue Montaigne sowie der Boulevard Haussmann. Dort sind die Schaufenster und Fassaden der Kaufhäuser wunderschön erleuchtet, wie man auf den Fotos von Silke und Markus von Safetravels sehen kann. Außerdem werden an mehreren Orten der Stadt Eisbahnen aufgebaut, auf denen man Schlittschuhlaufen kann. Am spektakulärsten war bisher die Eisbahn auf der ersten Etage des Eiffelturms!

Der wichtigste Grund die Vorweihnachtszeit als Reisezeit für Paris zu wählen sind natürlich die Pariser Weihnachtsmärkte. Diese werden traditionell an den verschiedenen Sehenswürdigkeiten, also da wo Paris so einzigartig ist, aufgebaut. 2018 werden Weihnachtsmärkte an der Kathedrale Notre-Dame de Paris (14.-23. Dezember), auf dem Boulevard Saint-Germain-des-Prés (1.-31. Dezember), in Montmartre (Ende November bis 1. Januar) und am Pariser Rathaus (14. Dezember bis 6. Januar) zu finden sein. Zwischen dem 21. Dezember und dem 8. Januar wird auf dem Marsfeld direkt vor dem Eiffelturm ein weihnachtliches Dorf mit Eislaufbahn aufgebaut. Der größte Pariser Weihnachtsmarkt befindet sich im futuristischen Stadtteil La Défense (23. November-28. Dezember).

Wie auch immer du dich entscheidest: Paris ist immer eine Reise wert! Am besten auf deinen Urlaub einstimmen kannst du dich bei einem virtuellen Spaziergang an der Seine, den ich hier beschrieben habe. Unbedingt zu einem Parisbesuch gehört außerdem ein Spaziergang im Marais, einem der schönsten Viertel der Stadt. Auch den Eiffelturm, die Invalides, den Triumphbogen, die Champs-Élysées, das Centre Georges Pompidou und die Kathedrale Notre-Dame solltest du auf keinen Fall verpassen.

Vielleicht interessierst du dich auch für die besten Aussichtspunkte von Paris! Oder planst du einen romantischen Kurzurlaub in der Stadt der Liebe? Dann schau dir unbedingt den Reisebericht von Anja von „Für Weltentdecker“ an,  in dem du neben den romantischen Highlights von Paris viele hilfreiche Tipps findest. Eine Packliste für Paris findest du bei Roman von Paris mal anders!

 

Dieser Beitrag nimmt übrigens an der Blogparade Dein bester Reise-Blogbeitrag in 2018 von Reise-Clever teil.

Jetzt bist du dran. Wann würdest du nach Paris fahren? Habe ich ein wichtiges Ereignis vergessen? Dann ab damit in die Kommentare!

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15 Kommentare

Tobias 5. November 2018 - 12:18

Moin,

ich war im September in Paris und fand diesen Monat am besten. Die Temperaturen waren sogar noch so warm, dass man in kurzer Hose durch die Stadt laufen konnte. Wirklich toll!

Beste Grüße

Tobias

Reply
Feli 5. November 2018 - 14:00

Hallo Tobias,

ja, der September ist wirklich ein guter Monat um Paris zu erobern!

Viele Grüße
Feli

Reply
Julie 8. November 2018 - 13:08

Ich war bisher zweimal in Paris, ein Mal im April (zu Ostern) und ein mal im September. Ich fand beides recht gut und kann diese Monate absolut empfehlen. 🙂
Nächstes Jahr flieg ich wieder nach Paris, vermutlich wieder im April. Obwohl ich persönlich den Mai bevorzugt hätte, aber es ist der JGA meiner Cousine – da muss ich mich natürlich nach mehreren Personen richten. 🙂
Schön, dass ich deinen Blog nun entdeckt habe. Für mich als Frankreich-Fan perfekt. Werde mich gleich mal ein bisschen umsehen. 🙂
Liebe Grüße
Julie von julie-en-voyage.com

Reply
Feli 8. November 2018 - 13:47

Hallo Julie,

schön, dass du hierher gefunden hast. Ich hoffe, es ist interessant für dich! Im April werdet ihr sicher auch Glück haben. Vielleicht solltet ihr euch einen Plan B zulegen, falls es doch mal regnet.

Liebe Grüße
Feli

Reply
Simone 9. November 2018 - 9:58

Paris, die Stadt der Liebe, steht immernoch weit oben auf meiner To-Do-Liste. Allein beim Anblick der Bilder packt mich schon das Reisefieber.
Liebe Grüße
Simone von http://www.prettylittlesummer.at

Reply
Feli 10. November 2018 - 14:11

Hallo Simone,
danke für deinen Kommentar!
LG
Feli

Reply
Christina 9. November 2018 - 22:51

Hi Feli!
Ich bin nur einmal mit der Schule kurz mit dem Bus durch Paris durchgefahren, eigentlich auf dem Weg in die Bretagne. Wir haben kurz den Eiffelturm gesehen, die Galerie Lafayettes und danach bin ich leider im Bus eingeschlafen, weil wir uns bereits um 3:00 morgens aus meiner Heimatstadt auf den Weg gemacht hatten. Tja. An dem Tag war es nebelig, regnerisch und durch und durch grau. Mir hat Paris eigentlich nie so wirklich gefehlt, oder ich hatte auch nie das Gefühl, dass es mich in diese Stadt zieht. Aber wer weiß? Ich glaube jede Stadt steht mit dem falschen Wetter trist und fade da und bei guten Temperaturen und schönem Wetter erstrahlen die Städte und werden richtig zum Leben erweckt! Irgendwann entdecke ich auch diese Stadt bestimmt noch einmal völlig neu 🙂
Herzliche Grüße,
Christina von http://miles-and-shores.com

Reply
Feli 10. November 2018 - 14:10

Hi Christina,

ich versteh das schon. Paris hat auch viele hässliche Ecken. Gerade wenn man versucht, die Innenstadt mit dem Auto zu erreichen, muss man Autobahnring und Vorortstraßen passieren. Das ist nicht sehr einladend und hat vielleicht deinen Eindruck beeinflusst. Hoffentlich lernst du irgendwann auch die andere Seite von Paris kennen.?

Viele Grüße
Feli

Reply
Henrik 10. November 2018 - 11:41

Hi Feli,

vor einigen Jahren war in bereits zwei mal in Paris, jeweils in den Sommermonaten. Ich gebe dir Recht, es war heiß und für meinen Geschmack auch viel zu voll mit Touristen. Für mich persönlich bedeutet das immer irgendeine Art von Stress, wenn überall Menschenmassen rum wuseln.
Mitterweile würde ich daher eher die Frühlingsmonate oder den Herbst bevorzugen. So wie du ja auch sagst, kann das Wetter zwar wechselhafter sein, aber demgegenüber stehe weniger Touristen und auch die etwas günstigeren Preise. Außerdem habe ich mit Städtereisen im Herbst schon u.a. in Budapest gute Erfahrungen gemacht 🙂

Besten Gruß
Henrik von Fernweh-Koch

Reply
Feli 10. November 2018 - 14:17

Hi Henrik,
vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, Frühling und Herbst sind die bessere Wahl. Es ist schon paradox, dass die touristische Hochsaison gerade dann einsetzt, wenn die Einwohner selbst aus der Stadt fliehen.
Viele Grüße
Feli

Reply
Steven 20. November 2018 - 18:39

Sehr schöner Beitrag. Vielen Dank dafür und weiter so!

Reply
Feli 21. November 2018 - 8:50

Gerne. Das ist eine spannende Blogparade!

Reply
Kevin 29. November 2018 - 15:46

Moin,
ich war erst einmal in Paris und das im Winter. Natürlich war es sehr schön und ich habe einiges an Sehenswürdigkeiten gesehen. Ein zweites Mal ist bereits geplant (Als Geschenk für den 50. meiner Mum). Danke für die Beschreibung der verschiedenen Jahreszeiten, werde es berücksichtigen 🙂
LG

Reply
Feli 29. November 2018 - 16:11

Hey Kevin,
gern geschehen!
LG
Feli

Reply
Anna 22. September 2019 - 17:27

Hallo! Danke für den informativen Beitrag. Die Bilder sind wie immer wunderschön, auch wenn sie nicht nachbearbeitet wurden. Super!

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