Saint-Tropez: Sehenswürdigkeiten, Geschichte und Strände in Frankreichs berühmtesten Urlaubsort

by Felicitas
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Saint-Tropez von oben
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Saint-Tropez ist ein idyllischer Ort an der Côte d’Azur, der die Schönen, Reichen und Mächtigen dieser Welt magisch anzieht. Jeden Sommer strömen sie hierher und entfachen den Mythos Saint-Tropez aufs Neue. Sie reisen mit riesigen Luxusjachten, teuren Autos oder dem Privathubschrauber an, steigen in edlen Hotels ab und lassen es sich in Sternerestaurants gut gehen.

Dadurch genießt Saint-Tropez eine ungeheure Popularität. In der Hochsaison stehen den gerade einmal 4607 Einwohnern 80 000 tägliche Besucher gegenüber.

Schon der Name Saint-Tropez hat einen mythenhaften Ursprung. Dann trugen Künstler und Schriftsteller dazu bei, den kleinen Ort in aller Welt berühmt zu machen. Brigitte Bardot sorgte endgültig dafür, dass er zum Mekka der High Society wurde. Nicht nur ihr, sondern auch Louis de Funès wurde hier ein Denkmal gesetzt.

 In diesem Guide über Saint-Tropez erfährst du, warum die kleine Stadt an der Côte d’Azur eigentlich so berühmt ist, welche Geschichte hinter ihr liegt, welche Sehenswürdigkeiten sie bietet, wie du hinkommst, wann du sie am besten besuchen und welche Spezialität aus Saint-Tropez du unbedingt probieren solltest.

Wo liegt Saint-Tropez?

Saint-Tropez liegt in Südfrankreich direkt am Mittelmeer im Departement Var in der Provence. Es befindet sich auf einer zauberhaften Halbinsel am malerischen Golf von Saint-Tropez.

Die Halbinsel von Saint-Tropez besitzt eine wunderbare Landschaft mit einzigartiger Vegetation: Großartigen Wälder aus Schirmkiefern und Korkeichen, dazwischen Weingüter auf einer romantischen Hügellandschaft, die sich an fantastische Strände schmiegt. Dazwischen liegen pittoreske Ortschaften, die zu einem Besuch einladen. Die wichtigsten sind Grimaud und sein Hafen, Ramatuelle und Sainte-Maxime. Mehr erfährst du mit einem Klick auf den Link!

Die Plage de la Fontanette in einer kleinen Bucht mit pittoresken rosa Häusern
Mythos Saint-Tropez

Für südfranzösische Verhältnisse ist das kleine Paradies bis heute geographisch relativ isoliert. Denn es wird durch das Massif des Maures, eine dichtbewaldete Gebirgskette, die es jahrhundertelang vom restlichen Frankreich beinahe abschnitt, begrenzt. Die nächsten großen Städte sind Marseille im Westen und Nizza im Osten.

Strände bei Saint-Tropez

Die Halbinsel von Saint-Tropez und der gleichnamige Golf sind ein paradiesisches Fleckchen Erde, an dem mehrere traumhafte Strände liegen. Pampelonne Beach ist einer der schönsten Strände der Côte d’Azur und vermutlich der berühmteste Strand Frankreichs. Mehr Informationen findest du mit einem Klick auf den Link!

Reisezeit für Saint-Tropez

Wie schon erwähnt, ist Saint-Tropez in der Hochsaison im Juli und August völlig überfüllt. Deshalb ist es empfehlenswert die Stadt zu einer anderen Jahreszeit zu besuchen.

Im Mai fanden wir es auf der Halbinsel sehr schön. Eine Reise während der Bravades ist sicher auch eine gute Idee.

Damit du deine ideale Reisezeit findest, habe ich einen Artikel mit alle wichtigen Informationen über das großartige Côte d’Azur-Wetter, die beste Reisezeit und Wassertemperaturen zusammengestellt.

Wie kommt man nach Saint-Tropez?

Die einfachste Möglichkeit nach Saint-Tropez zu gelangen, ist mit dem Auto. Allerdings solltest du genug Zeit mitbringen, da es auf den beiden Zufahrtsstraßen oft zu langen Staus kommt, insbesondere während der Hauptsaison. Parkplatzprobleme hatten wir dagegen noch keine. Es gibt mehrere Parkplätze, unter anderem ein riesiger Parkplatz am Hafen (Parking du Nouveau Port).

Übrigens gibt es von den nahe gelegenen Orten Sainte-Maxime und Ramatuelle auch ausgebaute Fahrradwege.

Die Anreisemöglichkeiten nach Saint-Tropez sind wie der Ort selbst außergewöhnlich. Leider fährt kein Zug nach hierher. Dafür gibt mehrere Busverbindungen.

Von Saint-Raphael (Linie 7601), Toulon (Linie 7801) und dem nächsten öffentlichen Flughafen Toulon-Hyères (Linie 7803) kannst du für nur 3 Euro nach Saint-Tropez fahren. Auch nach Sainte-Maxime gibt es Verbindungen.

Boote im Hafen von Saint-Tropez
Saint-Tropez ist vor allem der Hafen

Ein weiteres wichtiges Verkehrsmittel sind Boote, die dich von Cannes, Nizza, Sainte-Maxime, Saint-Raphael und Port-Grimaud nach Saint-Tropez bringen.

Mit dem nötigen Kleingeld kannst du auch den Hubschrauber vom Flughafen Nizza nehmen oder den Privatflughafen im nur 15 Kilometer entfernten La Môle ansteuern.

Mythos Saint-Tropez

Jeder hat ja eine Vorstellung von Saint-Tropez. Ich sah vor meinem inneren Auge glückliche Menschen in edler, bunter Kleidung, die in einem Café an einem alten Jachthafen exotische Cocktails schlürfen.

Nach meinem ersten Besuch in Saint-Tropez in der Hochsaison im August muss ich mit Erstaunen sagen, dass meine Vorstellung völlig falsch war. Denn im August ist Saint-Tropez, vor allem sein Hafen, völlig überfüllt.

Die Jachten schippern nicht romantisch vor der Kulisse eines alten Hafens, sondern reihen sich wie riesige Klötze eines Wohnblocks Wand an Wand aneinander.

Blick auf das Meer, links und rechts zwei riesige Jachten
Am Hafen von Saint-Tropez

Während ich mich durch die Menschenmassen über die völlig überfüllte Hafenpromenade schiebe, denke ich mir immer wieder, dass diese Atmosphäre den Besitzern der Jachten doch nicht gefallen kann. Denn ich sehe den Hafen vor lauter Booten nicht.

Saint-Tropez selbst ist dagegen viel kleiner als ich es mir vorstellt habe. Ein Ort mit so einem großen Namen, aber gerade mal ein Dorf.

Mittlerweile habe ich Saint-Tropez ein zweites Mal besucht und zwar im Mai. Zu dieser Jahreszeit ist mir St. Tropez als einer dieser typisch südfranzösischen Orte der Provence direkt am Meer begegnet.

Ich muss aber zugeben, dass mir das „Besondere“ von Saint-Tropez verborgen geblieben ist. Mir persönlich gefallen die kleinen Orte rund um Nizza besser. Das ist aber natürlich Geschmackssache.

Der Grund, warum Saint-Tropez so bekannt ist, liegt darin, dass einflussreiche Persönlichkeiten, Schriftsteller und Künstler, dann Stars, Prominente und Multimillionäre sich hier besonders wohl fühlten und aller Welt davon erzählten.

schmale Gasse mit gelben Häusern in der Altstadt von Saint-Tropez
Typisch Provence! Eine Straße in der Altstadt

Heute müssen sie das nicht einmal mehr selbst tun, sondern die Medien übernehmen es für sie. So erfuhr ich nach meinem letzten Besuch aus dem Internet, dass Elon Musk zur selben Zeit in Saint-Tropez war, wie wir.

Der erste Star von Saint-Tropez

Hinzu kommt die aufregende Geschichte und die gesegnete Lage des kleinen Ortes, die es leicht machen, Legende und Traditionen zu etablieren, so dass der Mythos Saint-Tropez bis heute allgegenwärtig sind.

Die erste Berühmtheit, die sich, wenn auch unfreiwillig, in Saint-Tropez niederließ war der heilige Torpes von Pisa.

Dieser wurde im Jahr 68 nach Christi auf Anordnung von Kaiser Nero, dessen Beamter er war, enthauptet, weil er dem christlichen Glauben nicht abschwören wollte.

Der Legende nach wurde sein kopfloser Körper mit einem Hahn und einem Hund in eine Barke gelegt und den Fluten des toskanischen Flusses Arno überlassen.

Von dort, soll er ins Mittelmeer gelangt, schließlich an den Golf von Saint-Tropez gespült und von dessen Bewohnern beerdigt worden sein.

Der Kopf des Heiligen Torpes blieb übrigens in Pisa und wird dort bis heute als Reliquie verehrt.

Im 11. Jahrhundert gehörte die Halbinsel von Saint-Tropez dann den Mönchen der Abtei Saint-Victor aus Marseille.

Sie bauten auf der Halbinsel eine kleine Kapelle, die sie zu Ehren des heiligen Torpes von Pisa Ecclesia Sancti Torpes nannten. Dieser Begebenheit ist es zu verdanken, dass die kleine Siedlung zu einem so großen Namen kam.

Die Seemacht Genua erweckt den Ort zu neuem Leben

Im Mittelalter wurde Saint-Tropez durch mehrere Angriffe zerstört und entvölkert. Denn die Halbinsel lag zwar auf einem vom Festland her schwer zugänglichen Gebiet, wurde aber über das Mittelmeer umso mehr attackiert.

Dank Jean de Cossa, dem Baron von Grimaud, war das nicht sein Ende. 1470 erreichte er durch Verhandlungen die Ansiedlung von 20 Familien aus Genua.

Sie bauten die alten Wehranlagen wieder auf und waren fortan für die Verteidigung am Golf zuständig. Dafür wurde ihnen von den französischen Königen Steuerfreiheit garantiert.

rosa Häuser in einer schmalen Gasse
In der Altstadt

Außerdem hatte Saint-Tropez das besondere Recht, eine eigene Armee zu bilden. Diese war gewissermaßen eine Miliz aus der wohlhabenden und einflussreichen Bourgeoisie der Stadt.

Dabei hatte der sogenannte Kapitän (le capitaine) die Führung der Stadt inne. Er war des militärischen Oberbefehlshabers und hatte die Aufgabe die Stadt vor Piraten und anderen Angreifern aus dem Meer zu verteidigen.

 Erst Ludwig XIV. schaffte diese Privilegien 1672 ab. Damals wurde die Stadtarmee durch Truppen der königlichen Garnison ersetzt.

Die berühmten Bravades von Saint-Tropez

Dennoch bemühen sich die Bewohner von St. Tropez die Erinnerung an diese Vergangenheit aufrechtzuerhalten. Seit, sage und schreibe 1558 feiern sie die sogenannten Bravades, um ihrer Armee und ihrem Stadtpatron zu gedenken.

Sie finden jedes Jahr zwischen dem 16. und 18. Mai statt. Saint-Tropez wird zu diesem Anlass in rot-weiß dekoriert. Diese Farben sollen an die Verwandtschaft mit der Republik von Genua erinnern.

Bei den Bravades de Saint-Tropez handelt es sich genaugenommen nicht um ein Volksfest, sondern um eine Militärparade. Um sie durchzuführen, wählt der Stadtrat am Ostermontag den Kapitän. Im Gegensatz zu früher führt er aber heute nur noch die Bravades an.

Unter seiner Führung absolvieren die in traditionellen Soldaten- und Matrosenuniformen gekleideten Bewohner von Saint-Tropez mehrere Versammlungen, Messen und natürlich Militärumzüge mit, so habe ich es gelesen, ohrenbetäubenden Schießübungen.

Sehenswürdigkeiten in Saint-Tropez: Die Zitadelle

Aber nicht nur die Bravades erinnern an die Zeit als Saint-Tropez eine quasi unabhängige Republik war, sondern auch eine sehr sehenswerte Zitadelle von 1602. Sie war damals gebaut worden, um den Ort vor spanischen Angreifern zu schützen.

Bis heute besitzt sie einen beeindruckenden, sechseckigen Wehrturm, mächtige Stadtmauern und einen Burggraben.

Die rechtecke Zitadelle ist eine Sehenswürdigkeit in Saint-Tropez und besitzt Wehrtürme
Die Zitadelle

Vom Wehrturm aus hat man einen überwältigenden Blick von der Bucht von Saint-Tropez, über die Dächer der Stadt bis hin zum Massif des Maures.

Saint-Tropez von oben
Blick auf Saint-Tropez von der Zitadelle

Nur so nebenbei: Die die ganze Stadt überragende Barockkirche ist die „Notre-Dame de l’Assomption“ von 1784. In ihrem Inneren ist die Büste des heiligen Torpes ausgestellt, die während der Prozessionen anlässlich der Bravades durch die Stadt getragen wird.

Bei unserem Besuch waren wir eigentlich nur in der Zitadelle, um das Gebäude zu erkunden und den herrlichen Blick auf die Bucht von Saint-Tropez zu genießen.

Aber seit 2013 beherbergt die Zitadelle das Museum für Meeres- und Seefahrtsgeschichte (Musée d’histoire maritime). Von diesem war unsere damals 4-jährige Tochter so angetan, dass es dann doch ein längerer Aufenthalt wurde.

Im Inneren der Zitadelle befindet sich ein runder Hof
Im Inneren der Zitadelle

Im Museum wird die lokale Seefahrtsgeschichte entlang der Geschichten von Fischern, Bootsbauern, Abenteurern und Korallenfischern erzählt. Auch über den Hafen, den Motorbootsport und Seekabel weiß man nach dem Besuch mehr. Es war – ich muss meiner Kleinen Recht geben – wirklich interessant.

Citadelle de Saint-Tropez – Musée d’histoire maritime
Adresse1, montée de la citadelle
Eintrittspreis4 Euro
gratis für Kinder bis einschließlich 11 Jahre
ÖffnungszeitenOktober- März: 10-17 Uhr 30
April- September: 10-18 Uhr 30

Guy de Maupassant und Paul Signac entdecken die Halbinsel

Ende des 19. Jahrhunderts hatte Saint-Tropez seine militärische Bedeutung verloren. Vielmehr war die Halbinsel ein verstecktes Paradies, das auf seine Entdeckung wartete.

Der erste Schriftsteller, der den Ort für die Nachwelt festhielt, war Guy de Maupassant, der 1888 mit einem Boot das Mittelmeer erkundete. Später erzählte er in seinen Reisebericht „Sur l’eau “ (auf Deutsch: Auf See) über seine Erlebnisse.

Guy de Maupassant meinte in Saint-Tropez die Hauptstadt eines kleinen sarazenischen Königreichs zu erkennen, dessen Dörfer auf den Berggipfeln lagen, um Angriffe abzuwehren.

Der Wehrturm der Zitadelle leuchtet ockerfarben, im Hintergrund das türkise Mittelmeer
Wie in vergangenen Zeiten

Das Massif des Maures beschrieb er als noch unberührte Landschaft, ohne Pfade oder Häuser. Seine Pflanzenwelt hielt er für die vielfältigste Europas.

Durch seine Lage war Saint-Tropez damals ein kleiner von der Außenwelt völlig isolierter Hafen. Die einzige Verbindung zur restlichen Welt war ein Dampfschiff, dass jede Nacht in das nahe gelegene Saint-Raphael fuhr.

Für Guy de Maupassant war das Fischerdorf einer dieser guten, kleinen, bescheidenen Orte, die vom Fischfang und der Brise des Meeres lebten und in dem man Seemannsjacken produzierte.

Auf den Bänken am Hafen sonnten sich alte Seemänner, denen man die Jahre auf dem Meer deutlich ansah, die sich aber benahmen wie Soldaten.

Kurz vor Maupassant war 1892 der französische Maler Paul Signac nach St. Tropez gekommen. Er war auf der Suche nach der Geschichte seiner Vorfahren mit seiner Jacht Olympia hierher gesegelt.

Auch Paul Signac war beeindruckt von der Schönheit der Gegend. Deshalb kaufte er sich ein Haus und lud fortan andere Künstler zu sich ein. Unter ihnen waren die Maler Henri Matisse, Henri Edmond Cross, Albert Marquet und viele mehr.

Sehenswürdigkeiten in Saint-Tropez: Das Musée de l‘Annonciade

Das 1922 gegründete Musée de l’Annonciade stellt heute die Werke dieser Künstler aus.

Es befindet sich in einem besonders idyllischen Ort, nämlich in der Kapelle Notre-Dame de l’Annonciade. Die kleine Kirche wurde 1510 von der Bruderschaft der Weißen Büßer (Pénitents blancs) erbaut, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, versklavte Seefahrer aus Saint-Tropez freizukaufen.

Platz mit Restaurants, im Hintergrund die Kapelle Notre-Dame de l’Annonciade
Die Kapelle Notre-Dame de l’Annonciade

Heute liegt der Schwerpunkt des Museums auf zwischen 1890 und 1950 entstandenen Gemälden, die dem Pointillismus, dem Fauvismus und der Künstlergruppe Nabis angehören. In vielen Bildern haben Künstler, unter ihnen Paul Signac, Henri Matisse und Kees van Dongen, die Côte d’Azur auf ihre Art für die Nachwelt festgehalten.

Musée de l‘Annonciade
Adresse2 Place Georges Grammont
Eintrittspreis3-6 Euro
gratis für Kinder bis einschließlich 11 Jahre
ÖffnungszeitenNovember-März: 10-17 Uhr außer montags
April-Juni, Oktober: 10-18 Uhr außer montags
Juli-September: täglich 10-19 Uhr, ab Mitte Juli montags 10-21 Uhr

Colette und die Schriftsteller

Ende der 1950er Jahre traf sich in Saint-Tropez alles, was in der französischen Kunst- und Kulturwelt Rang und Namen hat. Hier fühlte man sich ein bisschen, wie am Nabel der Welt. Das war vor allem zwei Frauen zu verdanken, die den kleinen Ort berühmt machten.

1925 entdeckte die französische Schriftstellerin Colette Saint-Tropez für sich und kaufte hier ein Haus. In ihrem Schatten wurde St. Tropez von der Pariser Schriftsteller- und Kulturszene entdeckt. Später kamen Simone de Beauvoir, Jean-Paul Sartre, Françoise Sagan und mit ihnen viele andere.

Brigitte Bardot, Louis de Funès, Romy Schneider und der ewige Mythos von Saint-Tropez

Den eigentlichen Durchbruch aber hatte Saint-Tropez mit Brigitte Bardot, die schon die Sommer ihrer Kindheit hier verbracht hatte. 1955 drehte sie in der Stadt an der Côte d‘Azur den Skandalfilm „Et Dieu créa la Femme“ (zu Deutsch „…und immer lockt das Weib“). Nicht nur Brigitte Bardot wurde mit dem Film berühmt, sondern auch Saint-Tropez.

Für den Film wurde im Viertel La Ponche und am Pampelonne-Strand gedreht, an dem eine Baracke zur provisorischen Kantine für das Filmset wurde. Aus dieser provisorischen Kantine wurde schließlich der Club 55, der als Inbegriff des Privatstrandes bis heute Anziehungspunkt für die gutbetuchten dieser Welt ist. Brigitte Bardot lebt übrigens bis heute in Saint-Tropez. Ihr Haus „La Madrague“ liegt direkt am Meer.

Vier Frauen am Strand im pittoresken Viertel La Ponche
Wie Brigitte Bardot im Viertel La Ponchee

Nach „…und immer lockt das Weib“ hatte die Filmindustrie Saint-Tropez für sich entdeckt und der kleine Ort an der Côte d’Azur diente immer wieder als Filmkulisse. 1964 wurde Louis de Funès in der Rolle des Gendarmen von Saint-Tropez berühmt. 1969 drehten Romy Schneider und Alain Delon hier den Film „Der Swimmingpool“.

Sehenswürdigkeiten in Saint-Tropez: Das Gendarmerie- und Kino-Museum

Fast logisch, dass Saint-Tropez ein Gendarmerie-und-Kino-Museum (Musée de la Gendarmerie et du Cinéma) besitzt. Es widmet sich, wie der Name schon verrät, der Darstellung der Gendarmerie in Filmen und der Geschichte des Kinos in Saint-Tropez.

2016 wurde das Museum in den Mauern der ehemaligen Gendarmerie, in der Louis de Funès seit 1964 seine 6 Filme über den Gendarmen von Saint-Tropez drehte, eröffnet.

Das Gendarmerie- und Kino-Museum befindet sich in der ehemaligen Gendarmerie von Saint-Tropez, einem schmucklosen Gebäude
Das Musée de la Gendarmerie et du Cinéma

Natürlich nimmt der berühmte französische Schauspieler und Komiker in den Räumen seines alten Arbeitsplatzes viel Raum ein. Aber auch Brigitte Bardot und Romy Schneider begegnet man wieder.

Im Musée de la Gendarmerie et du Cinéma erfährt man auch mehr über die Geschichte des Gebäudes. Denn von 1879 bis 2003 befand sich hier tatsächlich die Gendarmerie.

Musée de la Gendarmerie et du Cinéma
Adresse2 Place Blanqui
Eintrittspreis3/5 Euro
gratis für Kinder bis einschließlich 11 Jahre
Öffnungszeiten November-März: 10-17 Uhr
April-Juni, September-Oktober: 10-18 Uhr
Juli/ August: 10-19 Uhr

Sehenswürdigkeiten: Spaziergang von der Altstadt zum Seefriedhof

Natürlich solltest du es dir nicht nehmen lassen, bei deinem Besuch von Saint-Tropez am Hafen und durch die Altstadt zu spazieren, um dir einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Ich vermute, die ruhigeren Straßen in der Altstadt werden dir auch besser gefallen als der überfüllte Hafen.

Ich kann dir empfehlen vom Wehrturm Tour du Portalet in der Altstadt in Richtung Osten direkt am Meer über die Stadtstrände Plage de la Glaye, Plage de la Ponche und Plage de la Fontanette bis zum Seefriedhof (Cimetière marin) zu laufen. Der Weg ist sehr atmosphärisch und bietet schöne Ausblicke.

Vogelperspektive auf den Seefriedhof von Saint-Tropez und das Mittelmeer
Der Seefriedhof von Saint-Tropez

Auf dem Friedhof von Saint-Tropez liegen übrigens der berühmte französische Musikproduzent Eddie Barclay und der Maler Paul Signac begraben.

Tipps für Museumsliebhaber

Saint-Tropez besitzt zu guter Letzt auch noch ein Schmetterlingsmuseum (Maison de Papillons). Die Sammlung des Malers Dany Lartigue ist in einem Privathaus untergebracht und umfasst 35 000 Exemplare.

Museumsliebhaber können alle vier Museen der Stadt für 10 Euro besuchen. Die Sammelkarte wird als „Musées de Saint-Tropez (MUST)“ bezeichnet.

Shopping in Saint-Tropez

In Saint-Tropez gibt es etliche Luxus-Boutiquen, so dass einer Shopping-Tour mit dem nötigen Kleingeld nichts im Weg steht.

Berühmt ist der Ort für seine Bademode und seine Riemchen-Sandalen. Die Riemchen-Sandalen werden als Tropéziennes bezeichnet und wurden 1927 vom Schuster Dominique Rondini kreiert. Sie sehen aus wie das Schuhwerk antiker Gladiatoren. Bis heute gibt es in Saint-Tropez mehrere Werkstätten, in denen sie hergestellt werden.

Straße mit Fussgängern und einem Motorradfahrer
Eine der Einkaufsstraßen

Auf der Place des Lices findet dienstags und samstags von 8 bis 13 Uhr ein Markt statt, auf dem lokale Lebensmittel, Pflanzen sowie Kunsthandwerk und Produkte der Provence angeboten werden. Ein täglicher Fischmarkt (8-13 Uhr) befindet sich an der Porte de la Poissonnerie.

Spezialitäten und Restaurants in Saint-Tropez

Die Riemchen-Sandalen sind übrigens nicht zu verwechseln mit La Tarte Tropézienne, einem Dessert, das der Patissier Alexandre Micka 1955 extra für das Filmteam um Brigitte Bardot kreierte.

Sie besteht aus zwei Kuchenteilen, die mit Orangenblüten parfümiert und mit Zuckerkörnern bestreut sind und zwischen denen sich eine üppige Cremeschicht befindet. Manchmal ist sie auch mit Erd- oder Himbeeren gefüllt.

Mit Himbeeren verzierte Tarte Tropézienne
Hmmmm! Die Tarte Tropézienne

Kaufen kann man die leckere Kalorienbombe beispielsweise in der gleichnamigen Bäckerei, die auf der Halbinsel mehrere Filialen hat. Wir tun das jedes Mal, wenn wir in der Gegend sind.

Natürlich gibt es in Saint-Tropez auch etliche Restaurants, in denen man französisch Essen oder die Spezialitäten der Provence genießen kann. Das Preisniveau ist aber selbst verglichen mit der restlichen Côte d’Azur hoch.

Eine kleine Zusammenstellung der besten Restaurants in Saint-Tropez mit Angabe des Preisniveaus findest du auf dem Blog des französischen Journalisten, Schriftstellers und Gastronomiekritikers Gilles Pudlowski.

Lange Schlange vor Eisgeschäft direkt am Hafen
Lust auf ein Eis?

Das beste Eis von Saint-Tropez gibt es angeblich bei Barbarac direkt am Hafen, 2 Rue du General Allard.

Ein Radfahrer betrachtet die ausgestellten Gemälde am Hafen von Saint-Tropez
Der Hafen von Saint-Tropez im Mai

Warst du schon mal in St. Tropez?

Wie hat dir der berühmte Ort gefallen? Was fandest du am schönsten? Hast du ein Restaurant besucht, das du weiterempfehlen kannst? Oder einen sehenswerten Ort, den ich vergessen habe?

8 Kommentare

8 Kommentare

Jana 20. Juni 2022 - 15:42

Um ehrlich zu sein, wusste ich bis eben nicht viel über Saint-Tropez. Der Name war mir zwar bekannt, aber auch ich hätte hier eine mittelgroße bis große Stadt mit ganz viel Glamour erwartet! Vielleich wegen Brigitte Bardot und dem Ruhm, den die Stadt doch irgendwie hat! Aber weißt du was, so beschaulich gefällt mir Saint-Tropez sogar viel besser! Vielleicht komme ich irgendwann ja nochmal nach Südfrankreich, falls ja will ich dort auch hin! Dank dir!

Liebe Grüße
Jana

Antworten
Felicitas 21. Juni 2022 - 9:41

Liebe Jana,
so schön beschaulich ist es aber nur außerhalb der Saison :-).
Dann ist die Côte d’Azur aber besonders sehenswert!

Viele Grüße
Felicitas

Antworten
Anja S. 20. Juni 2022 - 18:10

Wow, danke für den sehr informativen Beitrag. Ich glaube, ich bin vor Jahrzehnten mal kurz durch St. Tropez gefahren, aber kann mich nicht mehr so gut erinnern. Bisher hat es mich auch nicht gereizt, noch einmal dorthin zu fahren. Generell finde ich die französischen Orte alle meist sehr hübsch – besonders hat es mir Aigues Mortes angetan.
Liebe Grüße
Anja

Antworten
Felicitas 21. Juni 2022 - 9:42

Hallo Anja,
vielen Dank für deinen Kommentar! In Aigues Mortes war ich selbst noch nicht. Vielleicht schaffe ich es diesen Sommer einmal.

Liebe Grüße
Felicitas

Antworten
Vici 21. Juni 2022 - 5:56

Saint Tropez war in meinem Kopf eben immer eine der Star-Metropolen schlechthin… stand daher auch nie auf meiner Liste. Aber dank deines Artikels werde ich es vielleicht eines Tages doch noch besuchen – jedenfalls als Tagesausflug. 🙂

LG,
Vici

Antworten
Felicitas 21. Juni 2022 - 9:44

Hallo Vici,

es gibt ja schon einen Grund, warum die ganzen Stars dahinfahren, auch wenn es aufgrund der vielen Menschen irgendwann viel zu eng wird. Ein Tagesausflug ist eine gute Idee!

Viele Grüße
Felicitas

Antworten
Auszeitgeniesser 21. Juni 2022 - 18:32

Liebe Felicitas,

der erste Gedanke bei Saint Tropez – eine Stadt der „Schönen“ und „Reichen“.
Wenn man deinen Beitrag aufmerksam liest und auch die ersten Bilder betrachtet, dann ist das nicht ganz so weit hergeholt.
Solche Städte, die ein Hotspot der Stars sind, können schnell ganz schön eng werden.

Liebe Grüße, Katja

Antworten
Felicitas 23. Juni 2022 - 9:18

Liebe Katja,
ja so ist es wohl. Eng ist es wirklich :-).

Viele Grüße
Felicitas

Antworten

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