Der Pariser Triumphbogen und die Prachtstraße Champs-Élysées

by Feli
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Der Pariser Triumphbogen und die Prachtstraße Champs-Élysées gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Paris. Deshalb werden sie und ihre Geschichte in diesem Beitrag vorgestellt.

Die Avenue des Champs-Élysées

Die Avenue des Champs-Élysées ist nach Meinung der Franzosen die schönste Allee der Welt. Auch für die meisten Touristen gehört ein Bummel auf der 2 Kilometer langen Prachtstraße zum Pflichtprogramm. Denn auf den Champs-Élysée befinden sich viele Modeboutiquen, Restaurants und Filialen verschiedener Luxusmarken.

Die königliche Achse von Paris

Die Avenue des Champs-Élysées und auch der Pariser Triumphbogen befinden sich auf der historischen Achse der Stadt, dem sogenannten „Voie royale“, also dem Königsweg. Diese Achse durchquert Paris von Osten nach Westen und verbindet den Louvre, die Tuilerien, den Place de la Concorde, die Champs-Élysées, den Triumphbogen und die Grande Arche in La Défense miteinander.

Der Königsweg hat seinen Ursprung im Palais des Tuileries (zu Deutsch: Tuilerienpalast), das zeitweise Wohnsitz der französischen Könige war und später mit dem Louvre verbunden wurde. Dieses Palais ging auf Caterina de Medici zurück, die durch die Heirat mit Heinrich II. Königin von Frankreich wurde. Sie ließ 1564 das Palais und eine dazugehörige Gartenanlage auf dem Terrain des heutigen Tuileriengartens errichten. Der Tuilerienpalast aber brannte während der Pariser Kommune 1871 ab und wurde 1883 endgültig abgerissen.

Die Tuilerien heute
Die Tuilerien heute

Die Geschichte der Champs-Élysées

1670 wurde unter Ludwig XIV. eine bepflanzte Allee von den Tuilerien zum Hügel „Montagne du Roule“ errichtet. Auf diesem Hügel, der heute seine Höhe eingebüßt hat, ließ Napoleon Bonaparte später den Pariser Triumphbogen errichten.

Die Allee befand sich ursprünglich in unbebauter Natur zwischen Weizenfeldern und Bäumen. Zwischenzeitlich hieß sie Grand Cours, Grande Allée du Roule, Avenue des Tuileries und Avenue de la Grille-Royale. Nach der Französischen Revolution 1789 erhielt sie schließlich den Namen Champs-Élysées.

Das altgriechische Wort Elysion (man denke an die Europa-Hymne) bedeutet „Seliges Feld“. In der griechischen Mythologie waren damit die paradiesischen Inseln der Seligen gemeint, auf die die Götter jene Helden schickten, denen sie Unsterblichkeit und ewige Freude gönnten.

Die Prachtstraße Champs-Élysées
Die Prachtstraße Champs-Élysées

Obwohl Louis XV. schon 1765 die Bebauung der Straße autorisierte, blieb diese bis zur Französischen Revolution unbedeutend und ländlich geprägt. Erst im 19. Jahrhundert erhielten die Champs-Élysées ihr heutiges Gesicht und wurden zu jener eleganten Promenade, die für ihre Schönheit so berühmt ist.

Der Pariser Triumphbogen

Der Pariser Triumphbogen (Arc de Triomphe) befindet sich am westlichen Ende der Champs-Élysées. Er hat innerhalb der französischen Kultur eine ungemeine symbolische Bedeutung. Denn er verkörpert in gewisser Weise die französische Republik selbst. Gebaut wurde er auf Weisung Napoleon Bonapartes.

Ein Bauwerk von nationaler Bedeutung

Dieser hatte ein Faible für das alte Rom und wollte einen Triumphbogen zu Ehren seiner Armee bauen lassen. Denn im antiken Rom wurden Triumphbögen für siegreiche Kaiser errichtet. Der Pariser Triumphbogen, der durch die Architekten Chalgrin und Raymond erbaut wurde, orientierte sich schließlich auch am Titusbogen in Rom. Allerdings überragte er seine römischen Vorbilder, die etwa eine Höhe von 20 Metern hatten um einiges. Denn der Pariser Triumphbogen ist mit seinen 50 Metern Höhe, 45 Metern Breite und 22 Metern Tiefe der größte Torbogen der Welt.

Pariser Triumphbogen

Der Bau des Pariser Triumphbogens dauerte von 1806 bis 1836 an. Bald wurde das Bauwerk für nationale Zeremonien benutzt, etwa bei der Rückkehr der sterblichen Überreste Napoleons 1840 oder der Parade anlässlich der Befreiung von Paris 1944. Heute beginnt die alljährlich die Militärparade zum französischen Nationalfeiertag am Pariser Triumphbogen und auch die Tour de France endet auf den Champs-Élysées.

Inschriften und Reliefs des Pariser Triumphbogens

Der Pariser Triumphbogen enthält verschiedene Schmuckelemente, die dem Gedenken dienen sollen. Auf der Innenseite sind Namen von Schlachten und Generälen der Revolutionszeit und der Zeit des Kaiserreiches verewigt.

Auch auf dem Boden befinden sich verschiedenen Inschriften. Sie erinnern an die Ausrufung der Republik 1870, die Rückgabe von Elsass-Lothringen an Frankreich 1918, die Gefallenen des 2. Weltkrieges, den Appel von Charles de Gaulle am 18. Juni 1940, in dem er zum Widerstand gegen Nazideutschland aufrief, sowie an die für Frankreich während des Indochina- und Algerienkrieges gefallenen Soldaten.

Der Pariser Triumphbogen besitzt außerdem verschiedene Reliefs. Auf der der Champs-Élysées zugeneigten Seite ist auf der linken Seite der Sieg des Kaisers und auf der rechten Seite der Aufbruch der 200 000 Freiwilligen zur Verteidigung der Revolution anlässlich der Koalitionskriege 1792 zu sehen. Das Werk von Francois Rude wird in Anlehnung an die französische Nationalhymne Marseillaise genannt. Die Freiheit in Gestalt einer geflügelten Frau ruft die Bürger zum Kampf auf.

Die andere Seite des Triumphbogens schmücken Reliefs, auf denen der Widerstand und der Frieden abgebildet sind.

Pariser Triumphbogen
Links ist der Sieg des Kaisers, rechts der Aufbruch der 200 000 Freiwilligen zu sehen

Der Triumphbogen befindet sich auf dem sogenannten Sternenplatz (Place de l’Étoile). Seit 1970 heißt er Place Charles de Gaulle. Der Begriff Sternenplatz verweist auf die zwölf Avenuen, die sternenförmig von dem Platz abgehen. Sie sind nach Schlachten der Koalitionskriege (Jena 1806, Wagram 1809, Friedland 1807) und berühmten Persönlichkeiten der französischen Militärgeschichte benannt.

Während der hiesigen Recherche hatte ich übrigens einen Aha-Effekt. Denn seitdem ich in Paris wohne, habe ich mich gefragt, was denn Iéna heißt, nachdem nicht nur eine Straße, sondern auch ein Platz und eine Metrostation benannt sind. Aus der Stadt Jena kommt ein Teil meiner Familie. Na gut…

Ort des nationalen Gedenkens

Der Pariser Triumphbogen ist auch ein Ort des nationalen Gedenkens an die während der Weltkriege gefallenen Soldaten. Schon während des 1. Weltkrieges kam in Frankreich der Gedanke auf, einen gefallenen Soldaten symbolisch zu ehren, um allen für Frankreich gefallenen Soldaten zu gedenken. Die Veteranenverbände machten sich dafür stark, den Triumphbogen zum Ort dieses Gedenkens zu machen.

Am 11. November 1920, also am 2. Jahrestag des Kriegsendes wurde ein unbekannter Soldat in einer feierlichen Zeremonie zum Triumphbogen gebracht und später dort beigesetzt. Am 11. November 1923 wurde als Ehrung eine Flamme der Erinnerung entzündet. Bis heute wird sie jeden Tag um 18.30 Uhr in einer feierlichen Zeremonie von einem Mitglied der Veteranenverbände neu entfacht. Wenn du Paris besuchst, solltest du dir das Spektakel unbedingt einmal anschauen!

Der Besuch des Pariser Triumphbogens

Blick vom Triumphbogen auf die Basilika Sacré-Coeur in Montmartre
Blick vom Triumphbogen auf die Basilika Sacré-Coeur in Montmartre

Ein besonderes Erlebnis ist auch der Besuch des Pariser Triumphbogens. Denn von seiner Plattform aus hat man einen wunderbaren Blick auf Paris und den Eiffelturm. Diesen solltest du bei deinem Parisbesuch auf keinen Fall verpassen.

Eintritt: 12 €; kostenlos für alle unter 18-Jährigen und 18-25-Jährigen mit Wohnsitz in der europäischen Union; Oktober-März: 10.00 – 22.30; April-September: 10.00 – 23.00

Warst du schon einmal auf dem Pariser Triumphbogen oder auf den Champs-Élysées? Wie hat es dir gefallen? Berichte darüber in den Kommentaren!

Möchtest du mehr über Paris wissen oder planst du gerade deine Parisreise? Dann schau dir meine Spaziergänge an. Bei einem Spaziergang an der Seine und einem Besuch des Marais lernst du die Stadt erst richtig kennen. Auch den Eiffelturm, die Invalides, das Centre Georges Pompidou und die Kathedrale Notre-Dame solltest du auf keinen Fall verpassen. Vielleicht interessierst du dich auch für die besten Aussichtspunkte von Paris! In diesem Beitrag erfährst du außerdem die ideale Reisezeit für Paris und welche Großereignisse du auf keinen Fall versäumen solltest. Wie wäre es beispielsweise das Feuerwerk am Eiffelturm während des französischen Nationalfeiertages einmal live mitzuerleben?

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2 Kommentare

Ela 11. April 2019 - 5:56

Vielen Dank für die Tipps.
Ich fahre immer wieder nach Paris aber entdecke immer wieder neues

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Feli 11. April 2019 - 9:20

Gerne! Danke für deinen Kommentar!

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