Plage Mala – Der schönste Strand der Côte d’Azur

by Felicitas
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Der Stand Plage Mala in der Bucht von Saint-Laurent, ist gut besucht
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Der Strand Plage Mala (oder genauer gesagt Plage de la Mala) liegt im östlichen Teil der Côte d’Azur am Cap d’Ail. Die Meisten, die ihn kennen, halten ihn für einen der schönsten Strände der Côte d’Azur, manche sogar für den Allerschönsten.

Faszination Plage de la Mala

Der kleine, nur 200 Meter lange, Strand Plage de la Mala in der Bucht von Saint-Laurent ist nicht nur für mich einer der schönsten Strände der Côte d’Azur.

Denn er verfügt im Gegensatz zu den meisten anderen Stränden in der Region über weichen Sand. Das Wasser leuchtet türkisblau und die die Bucht umgebende Steilküste verleiht dem kleinen versteckten Paradies eine ganz besondere Atmosphäre.

Cap d’Ail – Plage Mala: Parken und Anfahrt

Wer den malerischen Strand mit eigenen Augen sehen will, wird aber einen weiteren Weg auf sich nehmen müssen. Denn man muss entweder mit einem Boot ans Ufer des Strandes fahren oder den Abstieg in die Bucht wagen. Zu Fuß sollte man auf jeden Fall einen längeren Spaziergang einplanen.

Vom Bahnhof Cap d‘Ail, von dem der Mala Strand etwa 850 Meter entfernt ist, erreicht man ihn nach einem 12-minütigen Spaziergang über den malerischen Küstenweg.

Die Plage de la Mala liegt in einer traumhaften Bucht

Kommst du mit dem Auto, ist es auch möglich einen Parkplatz auf der Avenue Raymond Gramaglia, die unterhalb des Bahnhofs liegt, zu ergattern. Eine genaue Wegbeschreibung findest du in meinem Artikel über das Cap d’Ail.

Auf dem Küstenweg vom Cap d’Ail

Außerdem ist es möglich im Zentrum von Cap d’Ail auf dem Parking Beaverbrook (5 Avenue du Général de Gaulle) direkt neben der Touristeninformation (87 Bis Avenue du Trois Septembre) oder in den umliegenden Straßen zu parken.

Dann erreicht man die Plage de la Mala nach einem etwa einen Kilometer langen Abstieg. Er führt über mehrere Treppen und leider zwangsweise zu einem Aufstieg nach dem Besuch, nach dem man eigentlich eine neue Erfrischung braucht.

Hier kann man eine Grotte in der Steilküste erkennen

Auf- und Abstieg zur Plage Mala sind auch mit Kindern zu bewältigen. Man sollte aber genug Wasser dabeihaben und sich nicht überschätzen. Ich habe am oberen Ende des Weges auch schon einen Mann auf dem Boden liegen sehen, der umringt von seinen besorgten Angehörigen, auf den Krankenwagen wartete.

Paradies Plage de la Mala

Wer aber den etwas beschwerlichen Weg auf sich nimmt, findet sich an einem der schönsten Strände der Côte d’Azur wieder. Schon wenn man in die kleine Bucht hinabsteigt, traut man seinen Augen kaum, da es sich anfühlt als wäre man plötzlich in einer entfernten Welt. Der Karibik vielleicht oder Südostasien…

Der Mala Strand verführt mit feinem Sand, türkisblauem Wasser, die von einer atemberaubenden Steilküste eingeschlossen werden. Der Anblick dieser Steilwände ist beeindruckend. Wenn man genau hinschaut, kann man zwei kleine Grotten entdecken.

Es ist ein Traum sich hier in den weichen Sand zu setzen, im seichten Wasser zu baden oder einfach in die Ferne zu blicken. Am Horizont schimmert das Cap Ferrat.

Vom Luxusstrand…

Allerdings ist der Strand Plage Mala auch besonders klein, so dass er nur wenigen Menschen Platz bietet.

Am Strand befinden sich zwei hochpreisige Privatstrände, also Strandrestaurants: Das Eden Plage Mala und die Reserve de la Mala, die von April bzw. Mai bis September ihre Tore öffnen.

Hier kostet ein Strandbett in der Hochsaison schon mal 300 Euro. Liegen sind aber je nach Saison deutlich günstiger zu haben.

Die illustren Gäste können mit einem Taxiboot anreisen. Natürlich kann man in den Restaurants auch einfach an einem Tisch Platz nehmen und essen.

Diese beiden Privatstrände nehmen bisher den größten Platz an der Plage de la Mala ein, so dass für Strandgänger, die es sich auf ihrem Handtuch bequem machen wollen, nur wenig Platz bleibt.

Manchmal können diese jedoch auch von den Privatstränden profitieren. Es ist zum Beispiel ein ganz besonderes Erlebnis, bei Livemusik in der kleinen Bucht zu schwimmen.

Als wir im November 2021 einen Spaziergang zur Mala Plage unternommen haben, mussten wir uns sprichwörtlich die Augen reiben, denn unser kleiner Traumstrand glich plötzlich einer Baustelle. Mehrere Gebäude, die sich vorher auf dem Strand befunden hatten, waren schon abgerissen.

…zum Naturparadies?

Später habe ich bei France 3 gelesen, dass es sich dabei um private Bungalows handelte, die auf öffentlichen Grund standen.

In den 50er Jahren hatten Fischer die Nutzungsrechte an der Plage de la Mala erworben und sie in der Familie weitervererbt. Im Laufe der Zeit wurden aus den Bootsgaragen kleine Behausungen.

Obwohl diese Nutzungsrechte zeitlich begrenzt waren, wurden die Strandbungalows über Generationen von einer Familie benutzt, die sie irgendwann als ihren Besitz ansah.

Plage de la Mala im November 2021

Seit nunmehr 10 Jahren herrschte ein Rechtsstreit, da der französische Staat die Plage Mala in ihren natürlichen Zustand zurückversetzen möchte und die Gebäude dafür weichen müssen. Tatsächlich hat Frankreich auf dem Weltkongress der Weltnaturschutzunion im Jahr 2021 versprochen bis 2022 30 Prozent des französischen Territoriums unter Schutz zu stellen, um das Artensterben aufzuhalten.

2021 hat ein Gericht ihren Abriss angeordnet. Die ehemaligen Pächter reagierten schockiert. Offenbar hatten sie nicht damit gerechnet.

Nun müssen sie nicht nur den Rechtsstreit, sondern auch den Abriss zahlen. Die Pachtgebühren von knapp 6000 Euro im Jahr waren demgegenüber gering.

Einige Gebäude wurden schon abgerissen, andere gleichen Ruinen

Auch die beiden Restaurants auf der Plage Mala besitzen seit 2011 keine rechtliche Grundlage mehr. Auch ihren Abriss hat das Verwaltungsgericht von Nizza nun angeordnet. Die Besitzer wollen Berufung einlegen.

Plage Mala im Sommer 2022

Ich persönlich bin gespannt, wie sich die Plage de la Mala bis zum nächsten Sommer verändern wird. Natürlich halte ich dich auf dem Laufenden!

Kennst du die Plage de la Mala?

Oder warst du in den letzten Wochen da und kannst etwas über den Zustand des Strandes berichten. Dann erzähle mir mehr in einem Kommentar!

Möchtest du mehr über die Côte d’Azur lesen? Dann begleite mich auf einen Spaziergang zu den schönsten Sehenswürdigkeiten von Nizza, auf meinen Spaziergang durch das weihnachtliche Nizza oder auf einen Roadtrip durch die französische Riviera besuche mit mir den Karneval von Nizza oder lies den Beitrag, in dem ich erzähle, was wir an unserem ersten Tag in Nizza mit unserer kleinen Tochter gemacht haben.

Oder möchtest du lieber mehr über die Provence lesen? Dann komm mit mir zu den Lavendelfeldern und zu den Ockerfelsen von Roussillon oder begleite mich auf einem Spaziergang durch das winterliche Südfrankreich.

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Robert de Paca 12. Februar 2022 - 11:54

Wir haben in den 80ern oft am Plage Mala gefeiert und übernachtet, was ja eigentlich in Frankreich nicht gestattet ist, aber die Flics haben den Strand wegen des langen langen Ab- und Aufstiegs natürlich nie kontrolliert.
Ich kannte die damalige Besitzerin der Reserve de la Mala, die das Resto von ihren Eltern übernommen hatte, später hatte es ihr Bruder weitergeführt, der oben im Ort auch das Hôtel Edmonds betrieb. Damals war es noch ein normales Strandbar/restaurant mit zivilen Preisen.

Ebenfalls empfehlenswert übrigens der ‚Strand des Pissarelles‘, eine Bucht weiter (Richtung Beaulieu): Mit aufgestauter Süßwasser Quelle; Strand halb Textil/halb FKK. Zugang ebenfalls nur zu Fuss, gegenüber der Autowerkstatt/Waschanlage. Die Strasse durch die private Villenanlage und den Strand darf man als Fußgänger benutzen – wegen der auch hier geltenden ‚domaine maritime‘
Das französische Gesetz, le ‚domaine maritime‘, wird in ganz Frankreich rigoros angewendet – man kann auf Frankreichs Stränden nur Nutzungslizenzen erwerben, aber kein Eigentum – und es war eigentlich von vornherein klar, dass die Fischerhäuschen eines Tages demontiert werden müssen, und so wird es auch den beiden Restaurants ergehen. So bereits geschehen beim legendären ‚Voile Rouge‘ am Strand Pampelonne bei Saint Tropez, auch nachzulesen in meinem Buch „In den Straßen von Nizza“ (Eigenwerbung Ende)

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Felicitas 12. Februar 2022 - 18:06

Hallo Robert,
vielen Dank für deinen Kommentar und das Teilen deiner Erfahrungen!

Den Plage des Pissarelles haben wir tatsächlich auch schon einmal gesucht, aber nicht gefunden. Dank deiner Erklärungen zum Weg wird sich das hoffentlich jetzt ändern.

Auch die Erwähnung deines Buches ist natürlich ein schöner Hinweis. Worum handelt es sich? Ist es ein Krimi oder ein Roman?

Viele Grüße
Felicitas

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eglantinebleue 13. Februar 2022 - 0:02

Am Cap Ferrat steht zur Westseite (also zur Bucht von Villefranche hin) so ein hässlichen 60er Jahre Betonbau mit teuren Wohnungen. Wenn man vom Plage Passable den Rundwanderweg ums Cap machen möchte, muss man außen herum am Haus vorbeigehen, weil ein größerer Strandabschnitt zum Haus gehört, den man nicht betreten darf. Wer immer in den 60ern dafür jemanden bestochen hat… auch hier läuft das Nutzungsrecht ab. Das Haus konnte seine völlig überzogenen Immobilienpreise rechtfertigen mit dem Zusatz : „direkter Meereszugang“, aber damit soll auch bald Schluss sein, dann wird der Privatstrand, der eigentlich keiner ist, abgerissen. Da kennen die Franzosen nichts.
Sogar der Steg an Paloma Beach musste abgerissen werden. Jetzt kriegen alle Yachtbesitzer nasse Füße, wenn sie vom Boot aus ins Restaurant gehen wollen.

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Felicitas 14. Februar 2022 - 14:39

Liebe Christine,
vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde es eine schöne Idee, dass das Meer allen gehören soll. Wieso sollte jemand aufgrund seines Vermögens ein Privileg darauf bekommen? Immer wenn ich mit meiner Mutter darüber spreche, ärgert sie sich, dass sie in Berlin nicht durchgängig an der Spree entlang laufen kann, weil immer mehr private Immobilien den Weg versperren :-).

Viele Grüße
Felicitas

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eglantinebleue 13. Februar 2022 - 8:04

Noch ein Nachtrag: diese Meerespromenade ist wirklich ein absoluter Traum. Am Ende findet man eine tolle Austern-Bar, die schon zu Monaco gehört. Cap d‘Ail selbst ist allerdings ein ziemlich grässliches Kaff, das ab den 70er Jahren komplett verschandelt wurde. Um Platz zu schaffen für die vielen Angestellten im aufstrebenden Fürstentum, wurden Betonblocks hochgezogen. Das Flair der Belle Époque erlebt man daher nur noch an der schönen Promenade mit ihren Villen.

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Felicitas 14. Februar 2022 - 14:40

Liebe Christine,
die Austern-Bar ist mir bisher entgangen. Vielleicht weil ich nie im Sommer auf dem Küstenweg bin? Ist es denn dann sehr heiß?

Viele Grüße
Felicitas

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Bernhard Stroop 13. Februar 2022 - 11:08

Ich finde es gut, dass endlich das Gesetz durchgesetzt wird. Überall auf der Welt gibt es viel zu viele Privatgrundstücke an Meer, Seen und Flüssen, die einfach von Leuten mit viel Geld erworben wurden. Noch dazu soll dann die Allgemeinheit (Versicherungen) dafür aufkommen, wenn durch Naturereignisse diese Gebäude zerstört werden.
Wir waren am Strand von Pampelone als peu à peu dort die Strandbungalows abgerissen wurden. Auch an dem oben beschriebenen Strand sind wir gewesen. Der Weg dorthin ist wunderbar. Aber vor Ort waren wir enttäuscht vom Rummel und den hässlichen Gebäuden. Ich hoffe, dass dort bald keine Gebäude mehr stehen, die diesen schönen Spot verunstalten. Man muss dort nicht Essen gehen können.

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Felicitas 14. Februar 2022 - 15:00

Hallo Bernhard,

vielen Dank für das Teilen deiner Meinung!
Wann wurden denn am Strand von Pampelonne die Strandbungalows abgerissen? Wir waren letzten Sommer da, da gab es zwar keine Bungalows aber doch recht viele Restaurants. Hat sich das geändert?

Frankreich hat auf dem WEltkongress der Weltnaturschutzorganisation versprochen, bis 2022 30 Prozent des französischen Territoriums unter Schutz zu stellen, um das Artensterben aufzuhalten.

https://berlinerininfrankreich.de/weltkongress-der-iucn/13794/

Offenbar werden diese Pläne an vielen französischen Stränden jetzt umgesetzt. Ich bin froh, dass endlich etwas passiert.

Viele Grüße
Felicitas

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Robert de Paca 13. Februar 2022 - 15:46

Hallo Felicitas,
„In den Straßen von Nizza“ entstand nach meiner Arbeit als Nightmanager im Luxushotel „Hôtel du Cap Ferrat“. Ein Krimi ohne Blut und Leichen, vielmehr ein rasantes Katz-und- Maus-Spiel entlang der malerischen Côte dʼAzur – wie jemand, wie ich finde, ganz treffend schrieb. Es stammt zwar aus 2014, ist aber nach wie vor aktuell. Leseprobe und Kritiken findest du auf meiner Autorenseite https://www.robert-de-paca.com/in-den-strassen-von-nizza/
Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße aus der Provence – ich lebe seit ein paar Jahren bei Aix en Provence. Wenn du mal in der Gegend bist, würde es mich freuen, dich auf einen Kaffee zu treffen und über deinen mit ebenso viel Herzblut gemachten Blog zu reden.
Robert

Antworten
Felicitas 14. Februar 2022 - 15:22

Hallo Robert,

vielen Dank für die Informationen zu deinem Buch! Die Arbeit in so einem Hotel stelle ich mir spannend vor…

Viele Grüße
Felicitas

Antworten
eglantinebleue 14. Februar 2022 - 12:43

Ich finde auch, man sollte diesen Buden einen Riegel vorschieben, weil die im Laufe der Jahre immer ein Eigenleben entwickeln. Aus einem Bootsschuppen wird ein Häuschen, dann kommt eine Terrasse hinzu – und schwupp, schon steht da eine Art Privathaus am Wasser, das da nichts verloren hat. Ist in den Calanques ist das vielfach so passiert mit den ehemaligen Fischerhütten. In Frankreich war dieses Gebaren aber schon immer verboten, Wenn durchgegriffen wird, ist die Empörung nur bei den Betroffenen groß, alle übrigen finden es völlig in Ordnung. Gegen temporäre Strandrestaurants habe ich hingegen nichts, sofern es bei einem Restaurant bleibt.

Antworten
Felicitas 14. Februar 2022 - 15:07

Hallo Christine,

vielen Dank für deine Meinung. Ich stimme dir da zu. Wenn Frankreich seine schönen Küsten behalten will, muss es sie auch schützen. Es ist mir unverständlich, warum einzelne Personen das Recht haben sollten auf Kosten der Allgemeinheit von einem so wunderbaren Fleckchen Erde zu profitieren.

Liebe Grüße
Felicitas

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