Algen überschwemmen die Karibikinseln Guadeloupe und Martinique

by Feli
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So wie auf dem obigen Foto stellt man sich einen Strand in der Karibik vor. Ein wahrhaftiger Urlaubswunschtraum! Die Realität aber sieht vielerorts anders aus. Denn weite Teile der Karibik sind seit Ende Februar 2018 von einer massiven Algenplage befallen. In besonderer Weise sind die Inseln der französischen Antillen Martinique, Guadeloupe sowie Saint-Martin und Französisch-Guayana auf dem südamerikanischen Festland betroffen. Deren Küsten werden nun von braunen Algen gesäumt, wie dieser Link für Guadeloupe zeigt.

Natürliches Vorkommen der Algen

Die Braunalgen der Gattung Sargassum oder Golftang leben normalerweise in den tropischen Zonen der Ozeane, insbesondere in der Sargassosee, einem Teil des Atlantischen Ozeans östlich von Florida und nordöstlich von der Karibik, wo sie aufgrund günstiger Meeresströmungen auf der Wasseroberfläche riesige Algenteppiche ausbilden. Diese können ein Ausmaß von mehreren hundert Quadratmetern besitzen. Innerhalb des Ökosystems der Sargassosee spielen sie eine wichtige Rolle, da sie sowohl Nahrungsgrundlage wie auch Wohnraum für etliche Meeresbewohner sind.

Folgen für Mensch und Natur

Nun aber überschwemmen riesige Mengen an Braunalgen die Küsten der Karibik. Die Folgen für Mensch und Natur sind immens. Die Algen stinken nicht nur unerträglich nach faulen Eiern, sondern sie sondern auch giftige Gase wie Schwefelwasserstoff und Ammoniak ab, wenn sie an der Küste absterben. Werden diese Gase eingeatmet, stellen sie eine Gefahr für die Gesundheit dar. Erste Anzeichen sind Übelkeit und Kopfschmerz. Deshalb kommt es auf Guadeloupe und Martinique immer wieder zu zeitweiligen Schulschließungen aufgrund des Algenbefalls.

Auch für die Artenvielfalt sind die Algen in der Karibik eine Bedrohung. Denn sie lagern sich schließlich auf dem Meeresboden ab. Außerdem können die von ihnen abgegebenen Gase massenhaftes Fischsterben verursachen, wie am 15. Juni 2018 auf Guadeloupe.

Allerdings führen die Algen in der Karibik nicht nur zu einer ökologischen Katastrophe, sondern auch zu einer ökonomischen. Denn Restaurants, Hotels und Geschäfte, die sonst von der Nähe zur Küste und dem Tourismus profitieren, sehen sich nun in ihrer Existenz bedroht. Außerdem können Fischer ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Schließlich weisen elektronische Geräte wie Kühlschränke, Klimaanlagen und Computer aufgrund der Folgen der durch die Algen provozierten Oxidation erhöhten Verschleiß auf.

Seit 2011 werden die Kleinen Antillen immer wieder von den Braunalgen überschwemmt. Während der bisher katastrophalsten Saison 2014/15 wurden auf Martinique 60 000 Tonnen getrocknete Algen gesammelt und 800 Menschen mussten sich aufgrund von Krankheitssymptomen infolge der Inhalation der giftigen Gase ärztlich behandeln lassen. Derzeit geht man davon aus, dass das aktuelle Auftreten der Algen in der Karibik noch schwerwiegender ist. Außerdem sind nicht nur die karibischen Inseln, sondern auch Teile von Texas, Yukatan in Mexiko und selbst westafrikanische Staaten wie Benin und Sierra Leone betroffen.

Ursachen der Algen in der Karibik

Die Ursachen für das massive Auftreten der Algen in der Karibik wird derzeit von einem Konsortium verschiedener französischer Forschungseinrichtungen untersucht. Dessen Ergebnisse deuten laut Angaben dern französischen Regierung darauf hin, dass die vermehrte Zufuhr von Nährstoffen in die Gewässer für das massive Auftreten der Algen in der Karibik verantwortlich ist. Die großen äquatorialen Flüsse, die in den tropischen Atlantik fließen, also der Amazonas, der Kongo und der Orinoco, führen heute wesentlich mehr Nährstoffe mit sich als in der Vergangenheit. Ursache dafür ist die Bodenerosion und die Zerstörung der Mangrovenwälder aufgrund von Abholzung. Aber auch die globale Erderwärmung spielt eine Rolle. So begünstigt die Wassererwärmung die Vermehrung der Algen und das Auftreten von Strömungen, die deren Verbreitung fördern.

Bekämpfung der Algen in der Karibik

Derzeit steht man der Algenplage offenbar ratlos gegenüber. Denn die Bekämpfung der Algen in der Karibik beschränkt sich darauf, die an den Küsten gestrandeten Algenmassen einzusammeln. Allein in Guadeloupe werden so am Tag bis zu 1500 Tonnen Algen gesammelt. Anfang Juni 2018  hat der französische Umweltminister Nicolas Hulot einen diesbezüglichen Plan vorgelegt. Danach sollen in den nächsten zwei Jahren 10 Millionen Euro bereitgestellt werden, 5 Millionen vom französischen Staat und die andere Hälfte durch die Gemeinden und durch Hilfen der europäischen Union. Ziel soll es in der nächsten Saison sein, die Algen innerhalb von 48 Stunden, nachdem sie angeschwemmt wurden, zu beseitigen, um das Auftreten der giftigen Gase zu verhindern. Dazu sollen auf Guadeloupe und Martinique Sensoren aufgestellt werden. Bereits im Mai 2018 erklärte sich die französische Regierung bereit, 3 Millionen Euro für den Kauf von Gasmasken bereitzustellen.

Aber auch über die Weiterverwertung der Algen in der Karibik wird nachgedacht. Als Düngemittel scheinen sie wenig geeignet und führen zur Versalzung der Böden. Auch erste Untersuchungen bezüglich der energetischen Verwertung der Algen deuten auf ein geringes Potential hin. Interessant ist höchstenfalls die Verbrennung bei hohen Temperaturen. Deshalb wird derzeit die Benutzung der Algen bei der Herstellung von Bioplastik untersucht.

Möchtest du mehr über die umweltpolitischen Pläne der französischen Regierung erfahren, dann hier entlang! Interessierst du dich für gesundheitspolitische Themen, wirst du hier fündig!

Warst du in der Karibik und kannst deshalb über die aktuelle Entwicklung berichten? Oder hast du andere Ergänzungen zu meinem Beitrag? Dann schreib sie in die Kommentare!

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11 Kommentare

segoii 27. August 2018 - 5:55

Die Ursache für die Algenpest ist die Deep Water Horizon Katastrophe von 2010. Es ist daher auch kein Zufall, dass die erste Algenpest im Jahr 2011 auftrat. Wie immer versucht unser System die wahren Zusammenhänge zu verschweigen und kommt daher mit Nebelkerzen (Klimawandel, Fleischindustrie, Mangrovenabholung usw.). Diese Argumentationen machen aber keinen Sinn, weil sie auch schon zuvor existierten. Es muss also um 2011 herum ein großes Ereignis gegeben haben das aus dem Nichts zu diesen Algenmassen geführt hat. Wer sich bewusst ist wie hinterhältig und verlogen das westliche System ist, der weiß auch wie man nach der Wahrheit suchen muss … Man muss schauen wann dem bösen Feind (also konkret China oder Russland) etwas ähnliches passiert ist. Da stößt man Recht schnell auf die Ölkatastrophe in der Bohaisee 2011. Siehe auch https://de.m.wikipedia.org/wiki/%C3%96lkatastrophe_in_der_Bohaisee_2011
Und da liest man dann von einer der Ölkatastrophe folgenden Algenpest. Welch Zufall aber auch … (Ironie !!!)
Gleichzeitig liest man in allen Medien und von allen Wissenschaftlern geschlossen: Keine Ahnung wo die Algenpest in der Karibik herkommt. Ich sag es euch jetzt: Im Golf von Mexiko sind umgerechnet 10 Öltanker versunken. Das Öl liegt Dank Coreexit größtenteils am Boden und zerstört dort nach und nach alles Leben. Die dadurch entstehenden Nährstoffe und Sauerstoff Knappheit bringt das Seegras ins Spiel.
Bedankt euch bei BP und hört bitte auf den Medien zu vertrauen. Politik Industrie und Medien haben einen Komplex gebildet, der sich gegenseitig deckt und euch verblöden soll. Niemandem kann mehr vertraut werden, auch hoch seriösen Wissenschaftlern nicht. Sie haben die Propaganda sozusagen perfektioniert. Überall liest man geschlossen Artikel a la „seit 2011 sind plötzlich überall Algen in der Karibik und keiner weiß warum“. Die nur 1 Jahr zuvor aufgetretene Ölkatastrophe wird oft nichtmal erwähnt.

Reply
Feli 28. August 2018 - 8:54

Hallo Segoii,

vielen Dank für deine Anmerkung. Ich bin selbst Historikerin und kann deshalb kaum beurteilen, wo die Ursachen für die Algenschwemme liegen.

Viele Grüße
Feli

Reply
Avaganza 12. Januar 2019 - 1:11

Das klingt ja schrecklich! Davon habe ich noch gar nicht gehört. Denn wenn ich an Karibische Inseln denke, denke ich automatisch an wunderschönes klares Meer und traumhafte Strände. Ich hoffe sie bekommen diese Algenthematik wieder in den Griff.

Danke für den informativen Beitrag!
lg
Verena

Reply
Feli 13. Januar 2019 - 18:22

Liebe Verena,

vielen Dank für deinen Kommentar. Ich kann dir da nur beipflichten.

Viele Grüße
Feli

Reply
Typisch Französisch! 31. Januar 2019 - 11:07

Wir waren in Guadeloupe diesen Sommer. Es waren Strände algenfrei, aber auch Orte wo es sehr schlimm war (Strand geschlossen). Es tut mir sehr leid für die Leute, die am Strand arbeiteten oder die in der Nähe wohnen. LG. Véronique

Reply
Feli 1. Februar 2019 - 9:24

Hallo Véronique,

vielen Dank für dein Update! Ja, es ist eine Katastrophe für Mensch und Natur!

Ich war gerade auf deinem Blog. Die ganzen tollen Rezepte machen Hunger.

Viele Grüße
Feli

Reply
machmaleineauszeit 17. Februar 2019 - 18:49

Was für ein interessanter Bericht. Und wichtig – für uns alle. Wir werden euch weiterhin verfolgen. Liebe Grüße von Lisa ☺️ von https://www.machmaleineauszeit.de ?‍♀️?? https://www.instagram.com/lisa_visit_the_world/

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Gabriela auf Reisen 17. Februar 2019 - 19:55

Oh, im Mai werde ich auf Martinique sein. Hoffentlich ist es dieses Jahr besser…

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Cori 19. Februar 2019 - 23:23

Wow dass die so gesundheitsschädigend sind, wusste ich gar nicht. Aber ja, gerade in Tulum gibt es immer noch Probleme damit.

Reply
Feli 27. Februar 2019 - 10:03

Liebe Cori,
danke für die Information. Es ist wichtig zu wissen, wie sich das entwickelt.

Viele Grüße
Feli

Reply
Susu 12. Juni 2019 - 0:57

Liebe Feli, wir sind noch bis Freitag auf Guadeloupe. Während der letzten paar Wochen haben sich immer mehr Algen an diversen Ständen angesammelt. Sie werden scheinbar nach Gutdünken weggebracht (oder auch nicht). Manchmal stinkt es schon bestialisch. Schade, besonders für die Anwohner. Aber natürlich auch für uns Besucher, denn der Geruch ist unangenehm, auch wenn die Algen noch nicht verrotten, und beim Schwimmen immer diese kratzigen Dinger…. Mein Mann stammt von hier, und wir kommen regelmäßig her. So etwas haben wir hier früher nicht gesehen. Insofern, vielleicht ist ja an der Deepwater Horizon Geschichte etwas dran…?

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