Ein Tag in Amiens – Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Amiens auf einen Blick

by Feli
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Sehenswürdigkeiten in Amiens

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Vor zwei Wochen sind wir zu einem Festival in den Nordosten Frankreichs an die belgische Grenze gefahren. Die Rückfahrt haben wir für einen Besuch des nahe gelegenen Amiens genutzt. Dies ist ein Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Amiens.

Amiens liegt etwa 130 Kilometer nördlich von Paris in der Picardie und ist mit dem Auto in kurzer Zeit erreichbar. Bekannt ist die Stadt vor allem für ihre riesige gotische Kathedrale.

Die Kathedrale Notre-Dame d‘Amiens

Denn die Kathedrale Notre-Dame d‘Amiens ist die größte Kirche Frankreichs. Sie hat die beeindruckende Länge von 145 Metern. Außerdem besitzt sie das mit 42 Metern höchste Kirchenschiff der Welt. Die beiden Türme der Fassade sind 65 und 66 Meter hoch.

Die Turmspitze aus mit Blei überzogenen Eichenholz erreicht fast 113 Meter und ist die älteste Turmspitze Frankreichs. Sie wurde schon 1533 fertiggestellt. Zum Vergleich: Die kürzlich bei dem verheerenden Feuer der Kathedrale Notre-Dame de Paris eingestürzte Turmspitze stammte aus dem Jahr 1859.

Die mächtige Kathedrale von Amiens

Die Kathedrale von Amiens gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Ihr Baustil lässt sich dabei der Übergangsphase von der Hochgotik zur Flamboyantgotik, für die flammenförmige Ornamente typisch waren, zurechnen.

Der Bau der Kathedrale wurde 1220 begonnen, nachdem eine romanische Kirche an derselben Stelle 1218 abgebrannt war. Schon 1288 war der Rohbau vollendet. 1402 standen dann die beiden mächtigen Türme. Die meisterhaft geschwungene Rosette der Fassade stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Ein Meisterwerk der Gotik

Die Besichtigung der Kathedrale von Amiens

Außerdem besitzt die Kathedrale von Amiens eine Schatzkammer, die verschiedene Reliquien beherbergt. Die wichtigste ist ein Schädel, bei dem es sich um die Überreste des Hauptes von Johannes dem Täufer handeln soll. Wallon de Sarton brachte sie während des vierten Kreuzzuges 1206 von Konstantinopel nach Amiens. Der Bau der Kathedrale war ursprünglich von dem Wunsch beseelt, dieser Reliquie ein religiöses Heim zu schaffen.

Die Schatzkammer lässt sich nur im Rahmen einer Führung besichtigen, die etwas langwierig wird, wenn es innerhalb der Reisegruppe Kleinkinder oder Menschen gibt, die dem Französischen nicht mächtige sind. Wir haben sie trotzdem auf uns genommen, durften aber leider keine Fotos machen.

Die wundervolle Fassade

Mich hat die Kathedrale von Amiens sehr beeindruckt. Dies lag zum einen an ihrer wirklich außergewöhnlichen Größe, zum anderen an ihrer detailreichen und schönen Fassade. Übrigens gehört zu einem Besuch der Kathedrale auch unbedingt die Besteigung des Nordturmes, von dem aus man eine wundervolle Sicht auf die Stadt hat.

Blick auf das historische Viertel Saint-Leu

Mich hat etwas geärgert, dass wir unsere Zweijährige nicht mit hinaufnehmen durften, so dass ich die tolle Aussicht alleine genießen musste. Als wir im Januar den Turm der Pariser Notre-Dame mit einer sehr ähnlichen Architektur besteigen wollten, war das kein Problem.

Das Stadtviertel Saint-Leu

Es gibt weitere Sehenswürdigkeiten in Amiens zu entdecken. Neben der Kathedrale sollte man unbedingt das Stadtviertel Saint-Leu besuchen. Amiens liegt an der Somme und das Viertel Saint-Leu wird von mehreren Kanälen durchzogen. Es besitzt mit seinen kleinen bunten Häusern, schmalen Gassen und vielen Brücken eine ganz besondere Atmosphäre.

Im Mittelalter befanden sich in dem Viertel um die 20 Mühlen, die Müllern, Webern, Färbern und Gerbern Energie lieferten. Damals erlangte die Stadt Reichtum, da das berühmte königsblau in Amiens hergestellt wurde.

Heute gehört Saint-Leu selbst zu den Sehenswürdigkeiten von Amiens. Denn in dem Viertel befinden sich viele Cafés und Restaurants, deren Terrassen direkt am Wasser liegen.

Leben am Wasser

Probiere doch mal die Ficelle picarde (zu Deutsch in etwa: Picardische Schnur), die typisch für Amiens ist. Dabei handelt es sich um einen mit Käse überbackenen, eingerollten und mit Pilzen, Schinken oder Lachs gefüllten Crêpe. Wir haben die Ficelle picarde im Restaurant Le Baratin, dessen Terrasse direkt am Quai Bélu gelegen ist, probiert und fanden sowohl die Ficelle wie auch das am Wasser gelegene Restaurant großartig.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Amiens

Hmmm! Die Ficelle picarde

In Amiens gibt es noch mehr zu sehen. In der Stadt befindet sich das Wohnhaus des Schriftstellers Jules Verne. Auch der Tour Perret gehört zu den Sehenswürdigkeiten in Amiens. Als Belfried, also Glockenturm zählt er neben der Kathedrale zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Etwas außerhalb liegen außerdem die sogenannten Hortillonnages, ein 300 Hektar großes Inselgebiet, das traditionell für den Gemüseanbau genutzt wurde und mit Booten besichtigt werden kann.

Auf den Spuren des Ersten Weltkriegs

Wenn man schon mal in Amiens ist, lohnt sich auch ein Abstecher ins Umland. Denn gut 30 Kilometer nordöstlich von Amiens fand im Ersten Weltkrieg die Schlacht an der Somme statt. Bei dieser handelte es sich laut Wikipedia um eine britisch-französische Großoffensive gegen die Deutschen im Sommer 1916. Sie wurde im November desselben Jahres abgebrochen, ohne eine Entscheidung herbeigeführt zu haben. Mit über einer Million getöteter, verwundeter oder vermisster Soldaten war sie die verlustreichste Schlacht der Westfront während des Ersten Weltkriegs.

Heute ist die Gegend nordöstlich von Amiens von vor allem britischen Soldatenfriedhöfen übersät, zu denen sich ein Abstecher lohnt. Wir haben uns den Verchain British Cemetery angeschaut.

Der Verchain British Cemetery

Damit ist mein Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Amiens auch schon abgeschlossen. Sie lassen sich übrigens gut an einem Tag besichtigen. Die Stadt lässt sich also im Rahmen eines Tagesausflugs von Paris und seinen Sehenswürdigkeiten aus entdecken oder im Rahmen einer Frankreichrundreise. Möchtest du mehr von Nordfrankreich sehen? Dann begleite mich in die Normandie oder zum Mittelalterfest in Provins!

Nun zu dir: Warst du schon mal in Amiens? Wie hat es dir gefallen? Kennst du weitere Sehenswürdigkeiten in Amiens?

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8 Kommentare

Elodie 27. Mai 2019 - 1:24

Hallo Feli!
Ich komme aus Amiens, daher kann ich dir fürs nächste mal einen Besuch der Hortillonages – wenn das Wetter das erlaubt – empfehlen. Weiter westlich am Meer liegt die Baie des Somme (St Valéry, le Crotoy) – auch sehr schön, wobei natürlich weiter weg.
Essenstechnisch kann ich noch den gâteau battu, die Macarons d’Amiens und die tuiles en chocolats erwähnen 🙂

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Feli 27. Mai 2019 - 10:23

Hallo Elodie!

Vielen Dank für die tollen Tipps, die sicher auch meine Leser interessieren!Bei deinen Speiseempfehlungen läut mir das Wasser im Mund zusammen!

Liebe Grüße
Feli

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Karine Bernard 27. Mai 2019 - 13:04

Hallo ! Danke, dass Sie Ihre Leser zu uns einladen!
Amiens ist echt eine tolle kleine Stadt, die Hortillonnages sollte man wirklich besuchen, speziell während des Festivals „Art Ville et Paysages“, wo man sie selbst auf kleinen elektrischen Schiffen besichtigen kann.
Wir freuen uns auf deutschsprechende Besucher!.

Reply
Feli 27. Mai 2019 - 16:07

Gern geschehen! Es ist wirklich eine wundervolle Stadt!

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Wilhelm Buddenkotte 27. Mai 2019 - 17:34

Eine sehr schöne Einladung nach Amiens! Ich war schon viele Male dort und möchte ein paar Ergänzungen einbringen. Im Fußboden der Kathedrale gibt es ein großes Labyrinth. Im Mittelalter war das Labrinth mit den vielen Windungen und Etappen ein Bild, das die Menschen eingeladen hat, über den eigenen Lebens- und Glaubensweg nachzudenken: über viele kurze und lange Etappen hat der Weg am Ende ein Ziel. In der Kathedrale von Amiens ist das Labyrinth frei von Stühlen etc., so dass jeder diesen Meditationsweg gehen kann.

Bei der Außensanierung der Kathedrale hat man festgestellt, dass die Figuren und Szenen am Westportal früher farbig gefasst waren. In den Sommermonaten gibt es an jedem Abend eine Illumination, bei der am Ende die Fassade durch Licht in die mittelalterlichen Farben gesetzt wird. Das sollte man sich nicht entgehen lassen!

Vom Südportal der Kathedrale gelangt man zum heutigen Justizpalast, der dort steht, wo in der römischen Zeit das Stadttor war, an dem der heilige Martin in seiner Zeit als Soladat seinen Mantel mit einem Bettler geteilt hat. Ein Sandsteinrelief an der Mauer des Justizpalastes erinnert an diese Mantelteilung!

Reply
Feli 27. Mai 2019 - 18:14

Hallo Wilhelm,
wow deine Ergänzungen sind wirklich spannend! Vielen Dank dafür! Das Labyrinth habe ich auch bewundert und bei eine der Figuren sieht man ja bis heute die Farbe. Etwas Ähnliches habe ich vorher noch nie gesehen!

Viele Grüße
Feli

Reply
Typisch Französisch! 27. Mai 2019 - 21:03

Bonjour und Danke für deinen Artikel. Auf unsere Rückfahrt im Sommer haben wir eine Übernachtung in Amiens geplant. Ich freue mich schon auf diese schöne Kathedrale. Liebe Grüße. Véronique.

Reply
Feli 28. Mai 2019 - 9:33

Liebe Véronique,

vielen Dank für deinen Kommentar. Die Stadt hat abends bestimmt noch mal ein ganz anderes Flair.

Viele Grüße
Feli

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