Mord an einer Holocaust-Überlebenden in Paris

by Feli
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Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es am vergangen Freitag zur Ermordung der Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll. Die 85-jährige Frau besaß die jüdische Konfession und wurde in ihrer Wohnung im 11. Pariser Arrondissement mit elf Messerstichen getötet. Nach der Tat wurde die Wohnung der Frau an mehreren Stellen in Brand gesetzt. Der Brand wurde den Behörden gegen 18.30 Uhr gemeldet. Ein Zusammenhang mit der Geiselnahme in Trèbes wird bislang nicht hergestellt. Die Staatsanwaltschaft geht von einer antisemitisch motivierten Tat aus.

Festnahme zweier Männer

Mittlerweile hat die Polizei zwei Männer festgenommen. Bei einem der Beiden handelt es sich um den 29-Jährigen Nachbarn des Opfers. Knoll kannte ihn seit seiner Kindheit und auch später ging er ihr des Öfteren zur Hand, bis es zum Bruch zwischen beiden kam. Laut Sohn des Opfers war er für Mireille Knoll wie ihr eigener Sohn. Wie französische Medien berichten war der Mann der Polizei bereits wegen verschiedener Sexualdelikte bekannt. Laut Marianne hatte die Pflegehelferin von Mireille Knoll vor einiger Zeit mehrere Klagen gegen ihn eingereicht: eine wegen sexueller Aggression gegenüber ihrer eigenen Tochter und eine wegen Morddrohungen gegenüber Mireille Knoll. Laut Le Parisien war es in der Wohnung von Mireille Knoll zum Übergriff auf das 12-jährige Mädchen gekommen. Der 29-Jährige hatte infolge der Tat eine Gefängnisstrafe verbüßen müssen.

Bei dem zweiten Festgenommenen handelt es sich um einen 22-jährigen Obdachlosen, der der Polizei wegen Diebstahlsdelikten bekannt ist. Offenbar ist noch völlig unklar, ob es eine Verbindung zwischen beiden Männern gibt.

Die Tat erinnert an die Ermordung der Jüdin Sarah Halimi im April 2017 durch ihren Nachbarn, der während der Tat „Allah Akbar“ rief. Erst im Februar 2018 hatte die Pariser Staatsanwaltschaft den antisemitischen Charakter der Tat anerkannt.

Mireille Knoll war während des Holocaust von Paris nach Portugal geflohen. Nach dem Krieg hatte sie einen Auschwitzüberlebenden geheiratet. Ein Gedenkmarsch ist für diesen Mittwoch geplant.

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2 Kommentare

bürospammer 27. März 2018 - 15:03

Traurig, schlimm! Aber wie kommt der Antisemitismus ins Spiel?

Reply
Feli 27. März 2018 - 15:31

Ja, das ist es. Der Antisemitismusvorwurf steht im Raum. Für mich ist er noch nicht nachvollziehbar, allerdings wurde sich von offizieller Seite auch noch nicht geäußert. Offenbar beschuldigt der zweite Festgenommene den anderen während der Tat „Allah Akbar“ gerufen zu haben.

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