Krieg den Fahrrädern

by Feli
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Das im Bereich von Mietfahrrädern tätige Unternehmen Gobee.bike hat seine Präsenz im Großraum Paris am 24. Februar für beendet erklärt, nachdem ein Großteil seiner Fahrräder gestohlen oder beschädigt worden waren.

Der Pariser Markt für Leihräder ist hart umkämpft. Das bisher führende Fahrradverleihsystem Vélib‘ steckt durch einen missglückten Betreiberwechsel im Januar 2018 in einer Krise. Denn es basiert auf festfixierten Verleihstationen, die infolge der durch den Wechsel bedingten Umstrukturierungen ausgetauscht werden mussten. Allerdings waren Anfang Januar von 1.400 geplanten Stationen nur 60 betriebsbereit.

Die entstandene Versorgungslücke versuchen aus Asien stammende Unternehmen zu füllen. Neben dem aus Hongkong stammenden Unternehmen Gobee.bike konkurrieren das Singapurer Unternehmen oBike mit 1.800 Rädern sowie die chinesischen Unternehmen Ofo und Mobike mit tausend bzw. mehreren tausend Leihrädern um Kunden. Neu ist dabei, dass diese Unternehmen freibewegliche Leihräder zur Verfügung stellen, die keine Stationen benötigen. Über eine App kann der Nutzer Räder in seiner Umgebung orten und diese für durchschnittlich 50 Cent je halbe Stunde leihen. Einmal am Ziel angekommen, stellt er das Mietfahrrad einfach ab. Der unschöne Nebeneffekt dieser neuen Freiheit sind wahllos abgestellte Fahrräder, die Bürgersteige und Straßen blockieren.

Dies ist möglicherweise einer der Gründe für das Scheitern von Gobee.bike, welches seit Oktober 2017 versuchte, in mehreren europäischen Städten Fuß zu fassen. Bereits Anfang Januar zog sich das Unternehmen aus Brüssel, Lille und Reims zurück. Nun wird auch die Präsenz im Großraum Paris aufgegeben. Der Grund für den Rückzug ist der Diebstahl oder die Beschädigung von nahezu 60 Prozent der auf den europäischen Mark geworfenen Räder. Allein in Frankreich wurden nach Angaben des Unternehmens 3.200 Räder beschädigt und mehr als tausend gestohlen.

In Reims waren Anfang Januar, knapp zwei Monat nach der Einführung des Systems 380 von 400 Fahrrädern beschädigt oder geklaut, so dass man im Umfeld des Bürgermeisters von einem „Phänomen des organisierten Vandalismus“ sprach. Auch Gobee.bike beklagt den „Dominoeffekt der Schädigung, der auf seine europäische Fahrradflotte niedergeprasselt sei“, wobei soziale Netzwerke eine entscheidende Rolle gespielt hätten.

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