Antisemitismus als Motiv für die Ermordung von Mireille Knoll?

by Feli
Wiese in Frankreich

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Am heutigen Mittwoch wurde die am 23. März getötete Mireille Knoll auf dem Pariser Friedhof von Bagneux beigesetzt. Am Abend findet ein „Weißer Marsch“ zum Gedenken an die Getötete statt. Derweilen geht die Diskussion um die Motive der Täter weiter.

Stand der Ermittlungen bezüglich der Motive

Bei diesen handelt es sich laut der Zeitschrift Libération um den 29-jährigen Nachbarn des Opfers Yacine M. und den 21-jährigen Obdachlosen Alex C, der der Polizei vor allem wegen Raubdelikten bekannt ist. Yacine M. war acht Monate im Gefängnis, nachdem er 2017 wegen eines Sexualdeliktes gegenüber der 12-jährigen Tochter der Pflegehelferin von Mireille Knoll schuldig gesprochen wurde. Beide Männer hatten sich im Gefängnis kennengelernt und beide befanden sich am vergangenen Freitag im Haus von Mireille Knoll.

Am Montag ging die Staatsanwaltschaft von einer antisemitisch motivierten Tat aus. Der Grund dafür war die Aussage von Alex C., nach der Yacine M. sich des Öfteren antisemitisch geäußert hätte. Außerdem habe er im Moment der Tat „Allah Akbar“ gerufen. Yacine M., der während der Tat alkoholisiert war, weist dagegen jeden Vorwurf von Antisemitismus von sich. Grundsätzlich beschuldigen sich beide Männer gegenseitig Mireille Knoll getötet zu haben.

Laut Libération und Franceinfo gehen die Ermittler deshalb eher von einem Mord aus niederen Motiven und im Zusammenhang mit Raub aus als von einem aus ideologischen Gründen begangenen Verbrechen. Das mach die Tat freilich nicht weniger abscheulich.

Reaktion der deutschen Medien

Die deutschen Medien hatten in den vergangenen Tagen vor allem auf den Antisemitismus als Mordmotiv fokussiert und damit die Vorgeschichte der Tat ignoriert. Auf dem Internetportal der wichtigsten deutschen Nachrichtensendung mehrten sich deshalb am gestrigen Tag Kommentare, die die Folgen der muslimischen Einwanderung nach Deutschland sowie den virulenten französischen Antisemitismus anprangerten. Ich habe versucht, dem entgegenzuwirken, indem ich in einem Kommentar die Vorgeschichte des Verbrechens mit entsprechenden Nachweisen dargestellt habe. Er wurde leider zweimal von der Redaktion abgelehnt.

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1 Kommentare

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1 Kommentare

bürospammer 29. März 2018 - 15:51

Ja, so in etwa hab ich das auch mitbekommen, daß zwar alles erwähnt wird, aber zuerst und zum Schluß der Antisemitismus ins spiel gebracht wird. Daß der Täter so etwas gerufen haben soll, war mir neu, dachte, das wäre bei einem ähnlichen Fall passiert. Jedenfalls wird der Mord aus niederen Beweggründen runtergespielt, passt nicht ins Bild, nicht reißerich genug…

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